Am 6. März 1991, fünf Monate nach der Wiedervereinigung, wurde die Rhön von der Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen (Unesco) als Biosphärenreservat anerkannt. Das Schwarz-Weiß-Foto vom 25. September 1991 zeigt den gerade mit dem Hubschrauber auf dem Sportplatz Kaltensundheim gelandeten damaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) im Gespräch mit Karl-Friedrich Abe.
Anschließend fand im Kulturhaus von Kaltensundheim die Übergabe der Unesco-Anerkennungsurkunde an die zuständigen Minister aus Hessen und Thüringen sowie den Staatssekretär aus Bayern statt. Überbringer der Urkunde war Wilfried Goerke, Vorsitzender des deutschen MAB-Komitees ("Man and the Biosphere"), das auch heute noch als Bindeglied zwischen nationaler Bewerberebene und internationaler Vergabeebene fungiert.


Ein Vierteljahrhundert später

Das Farbfoto entstand im März 2016. Es zeigt die Leiter der Verwaltungsstellen des Unesco-Biosphärenreservats Rhön: Torsten Raab (Hessen), Michael Geier (Bayern) und Karl-Friedrich Abe (Thüringen).

In dem zwischen den beiden Aufnahmen liegenden Vierteljahrhundert hat sich die Rhön in der weltweiten Gemeinschaft der Unesco-Biosphärenreservate eine starke Position erarbeitet. Im Sinne des Unesco-Mottos "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) wollen die Rhöner zeigen, wie sich eine Kulturlandschaft bei umsichtiger Nutzung und kluger Entwicklung langfristig bewahren lässt. Ökonomie und Ökologie sind nach ihrer Meinung und Erfahrung durchaus vereinbar. Dazu wurden in der Rhön in allen drei Teilen in den vergangenen 25 Jahren modellhafte Ansätze entwickelt und viele Projekte umgesetzt.


Fast so groß wie das Saarland

Im Juni 2014 wurde die Fläche des Biosphärenreservats auf bayerischer Seite durch Einbeziehung von 22 weiteren Kommunen verdoppelt. Die Gesamtfläche beträgt heute rund 243 000 Hektar. Das entspricht nahezu der Größe des Saarlandes. Seit dem Sommer 2014 ist die Rhön zudem Sternenpark, was den herausragenden Rang der Drei-Länder-Mittelgebirgslandschaft im Herzen Deutschlands noch erhöht. Nach anfänglicher Skepsis findet das Unesco-Biosphärenreservat heute bei den Menschen der Region eine hohe Akzeptanz.