Um die Finanzen der Verwaltungsgemeinschaft Bad Brückenau (VG) ging es in der Sitzung der Gemeinschaftsversammlung mit zahlreichen kommunalpolitischen Vertretern aus den Mitgliedsgemeinden Oberleichtersbach, Schondra, Riedenberg und Geroda.


Oberleichtersbach und Schondra wachsen

Für 5644 Einwohner ist die Verwaltungsgemeinschaft mit Sitz in der Sinnau zuständig. Das geht aus dem Haushaltsplan für das Jahr 2018 hervor, den Kämmerer Lothar Ziegler vorlegte. Die Bevölkerungsentwicklung innerhalb der VG ist durchaus bemerkenswert, denn während der Markt Geroda von 1010 Einwohner im Jahr 1978 auf nur noch 844 im Jahr 2016 zusammengeschrumpft ist, so wuchs die Großgemeinde Oberleichtersbach im gleichen Betrachtungszeitraum von 1690 Einwohner auf 2060.

Bei der Gemeinde Riedenberg konnte der Bevölkerungsschwund zwar zuletzt gestoppt werden, dennoch stehen den 1204 Einwohnern des Jahres 1978 nur noch 1015 im Jahr 2016 gegenüber. Zwischenzeitlich war Riedenberg immer wieder deutlich unter die magische 1000-Einwohner-Marke gefallen. Beim Markt Schondra ergibt sich zwar ein deutlicher Einwohnerzuwachs von 1595 im Jahr 1978 auf 1725 im Jahr 2016, allerdings waren in Schondra zwischenzeitlich auch schon mal 1835 Menschen gemeldet. Ihren Rekordstand verzeichnete die Verwaltungsgemeinschaft im Jahr 2004 mit 6027 Einwohnern im Zuständigkeitsgebiet.


VG seit 2015 schuldenfrei

Im Detail ging Kämmerer Ziegler auf die Einnahmen und Ausgaben der Verwaltungsgemeinschaft ein und machte deutlich, dass die Personalausgaben mit 795.200 Euro rund 80 Prozent der Gesamtausgaben im Verwaltungshaushalt ausmachen. Ein weiterer großer Kostenblock ist die Miete für das VG-Gebäude mit derzeit rund 25.200 Euro im Jahr. Weil weitere Büroflächen angemietet werden, steigt die Miete ab dem Jahr 2019 auf 30.300 Euro an. Die Bewirtschaftsungskosten für Heizung, Reinigung, Strom, Wasser und Kanal belaufen sich jährlich auf rund 21.200 Euro. Positiv bemerkbar macht sich, dass die Verwaltungsgemeinshaft seit Januar 2015 schuldenfrei ist.

Im Jahr 2004 war die VG in das Gebäude der Stadtwerke Bad Brückenau umgezogen. Bedingt durch den Umzug waren höhere Investitionskosten angefallen, die man mit Hilfe eines Kredites bewältigen konnte. Einstimmig bewilligte die Gemeinschaftsversammlung den Haushaltsplan für 2018, der ein Gesamtvolumen von 1,032 Millionen Euro umfasst. Auf die Mitgliedsgemeinden werden hiervon 839.000 Euro umgelegt. Bei einem Einwohnerstand von 5644 ergibt sich daraus die sogenannte Verwaltungsmeinschaftsumlage von 148,66 Euro pro Kopf. Das bedeutet zum Beispiel für die einwohnerstärkste Kommune Oberleichtersbach mit 2060 Einwohnern einen Umlagebetrag von 306.226 Euro pro Jahr.


Ausdrückliches Lob an die Mitarbeiter

Gemeinschaftsvorsitzender Dieter Muth, der als Bürgermeister von Oberleichtersbach (Aktive Wählergruppe Breitenbach/Mitgenfeld) die Interessen aller Mitgliedsgemeinden bündelt und vertritt, lobte die hervorragende Leistung aller Mitarbeiter. Muths besonderer Dank galt Kämmerer Lothar Ziegler, der immer wieder Ansprechpartner für IT-Problemlösungen ist und so ganz nebenbei auch noch fünf Haushaltspläne im Jahr aufstellen muss. "Das muss man erst einmal stemmen. Und noch dazu in dieser Geschwindigkeit." Rund 82 Gemeinderatssitzungen werden im Jahr in den vier Kommunen abgehalten mit deutlich mehr als 1000 Beschlüssen. Auch das alles muss die Verwaltungsgemeinschaft vorbereiten, protokollieren und umsetzen. Darüber hinaus kümmert sich die VG zum Beispiel um sämtliche Ausweise, die Durchführung von Wahlen, Eheschließungen sowie die verwaltungstechnische Bearbeitung von Geburten und Sterbefällen. "Die VG ist ein Aushängeschild. Darauf können wir stolz sein", sagte Muth. Und trotz immer neuer Zusatzaufgaben rund um die Verwaltung der Bürger in den vier Gemeinden helfe gerade Lothar Ziegler mit, erhebliche Kosten einzusparen, so Muth. Es falle sicherlich nicht immer leicht, im Kollegenkreis Krankheiten und familiär bedingte Fehlzeiten aufzufangen. "Aber die Mitarbeiter haben es trotzdem hervorragend hinbekommen", ist Muth überzeugt. Mit mehr als 60 Bauanträgen hat sich die VG in diesem Jahr befasst.

Alles, was die Gemeinde mit ihren Bürgern abrechnet, läuft letztlich über die Schreibtische der Verwaltungsgemeinschaft. "Es ist eine gute Sache für alle Gemeinden. Wir profitieren alle davon", sagte Muth, der seine Bitte an VG-Leiter Alois Dorn aussprach, das positive Feedback auch an die Mitarbeiter weiterzugeben. Schondras Bürgermeister Bernold Martin (CSU) dankte allen anwesenden Kommunalpolitikern für das kollegiale Miteinander über Gemeindegrenzen hinweg. "Wir kommen immer zu guten Beschlüssen", so Martin. Und das liege in erster Linie an der guten Vorbereitung durch die VG-Mitarbeiter. Auch wenn das kommunalpolitische Programm bis kurz vor Weihnachten noch prall gefüllt sei, so wünsche er doch allen eine möglichst besinnliche Adventszeit und einen guten Beschluss des Jahres. Martins ausdrücklicher Dank ging auch an den Gemeinschaftsvorsitzenden Dieter Muth, der täglich die Belange der beteiligten Gemeinden vertritt.