Hervorragend entwickelt und in der Stadt gut etabliert hat sich die Veeh-Harfen-Gruppe der August-Kömpel-Musikschule. Am 22. Mai trat das zehnköpfige Ensemble in der Friedenskirche erstmals vor größerem Publikum auf.

"Dieser Premiere haben wir lange entgegengefiebert", sagt Musikschulleiterin Daniela Wagner und sie ist erleichtert, dass jetzt endlich das schon länger geplante Frühlingskonzert über die Bühne gehen konnte. "Denn durch Corona waren auch wir viele Monate in unserer engagierten Arbeit ganz massiv eingeschränkt".

Zur Vorgeschichte: Der Startschuss für das Musikprojekt mit der Veeh-Harfe, das sich in erster Linie an ältere Menschen richten sollte, fiel bereits vor rund fünf Jahren bei der Aktionswoche unter dem Motto "Meine Gesundheitsstadt" in der Georgi-Kurhalle. "Wir wollten einfach einmal eine Art Versuchsballon starten, um auch Seniorinnen und Senioren für einfaches Musizieren zu begeistern". Das gelang der damaligen Organisatorin Petra Schmitt-Sperber unter anderem mit einer Reihe von Schnupperkursen, die auf große Resonanz stießen.

Seit rund einem Jahr zeichnet Daniela Wagner neben ihrem Chefinnenposten bei der Musikschule nun auch für die Veeh-Harfen-Gruppe verantwortlich. Das Ensemble ist mittlerweile fest zusammengewachsen. Die Frauen wirken bei der Programmgestaltung und vielen anderen Dingen mit. Selbst über die "Kleiderordnung" wird vor den Auftritten untereinander diskutiert. Beeindruckt zeigt sich die Dirigentin von der Tatsache, dass jedes Mitglied inzwischen ein eigenes Instrument besitzt, das mit rund 1000 Euro in der Anschaffung nicht gerade billig ist.

Wie das gemeinsame Musizieren im Detail funktioniert, erläuterte Wagner. "Bei der nach ihrem Entwickler benannten Veeh-Harfe handelt es sich um ein Saitenzupfinstrument, das ohne Notenvorkenntnisse gespielt werden kann. Auf dem Notenblatt, das unter die Saiten gelegt wird, ist der Verlauf von Noten und Begleitstimmen so notiert, dass man die Melodien von oben nach unten abspielen kann."

Dem Auditorium in der Friedenskirche gefielen die Konzertdarbietungen jedenfalls sehr gut. Mancher Zuhörer zeigte sich erstaunt, "welch angenehme Klänge diesem außergewöhnlichen Instrument zu entlocken sind”. Und nicht zuletzt bestach die Bandbreite des Repertoires, das von barocken Stücken über musikalische Frühlingsgrüße bis hin zu irischen Melodien der Gegenwart reichte.

Noch ein zweites Projekt der Musikschule läuft mit großem Erfolg in verschiedenen Alten- und Pflegeheimen in Bad Brückenau und Zeitlofs kontinuierlich weiter. Unter dem Motto "Musik für Herz und Hirn" ist es mit seinem Konzept speziell auf diese Einrichtungen abgestimmt und soll den Bewohnern eine Abwechslung im Heimalltag bieten sowie allgemein Freude am Musizieren bereiten. "Auch demenziell veränderte Menschen profitieren von Musik, können durch aktives Musizieren ihr Wohlbefinden steigern und auf diese Weise mit anderen Menschen in Kontakt treten", so Wagners Erfahrung, für die bei dieser Arbeit ihre Extraausbildung zur Musikgeragogin äußerst hilfreich ist.