"Wir sind sehr gespannt auf Land und Leute. Die Rhön ist für uns noch eine total unbekannte Region", sagten der Geistliche Wilfried Noack und seine Frau Iris übereinstimmend beim Antrittsbesuch im Pfarramt am Auerhahnweg. Dort wurden die Gäste aus Sachsen von Pastor Gerd Kirchner begrüßt, der sie gleich mit einigen örtlichen Gepflogenheiten vertraut machte.

Nahe der Stadt Bautzen aufgewachsen

Der heute 64-jährige Noack wuchs in einem kleinen Ort nahe der Stadt Bautzen auf. Nach Schule und Studium wurde er im November 1986 in der Eisenacher Georgenkirche ordiniert und war anschließend als Gemeindepfarrer in der Thüringer Landeskirche tätig. "Da ich aus der Oberlausitz stamme und stets ein starkes Verlangen nach Heimat spürte, konnte ich glücklicherweise im September 1993 nach Quatitz, einem Ortsteil von Großdubau, in die Nähe meiner Geburtsstadt wechseln", sagt er.

Wie aus anderen Regionen bekannt, so der noch im Arbeitsleben stehende Seelsorger, habe sich auch sein Gemeindebereich im Laufe der Jahre mehrfach verändert. Und das betreffe längst nicht nur die geografischen Strukturen. "Wenn ich in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehe, wird meine Stelle nicht neu besetzt, sondern entfällt komplett", weiß er bereits jetzt.

Berge schon immer fasziniert

Seit nunmehr rund 27 Jahren ist das Ehepaar Noack während der Urlaubszeit mehrfach im Freistaat unterwegs gewesen. Denn ohne seine 62-jährige Gattin geht der Vater zweier erwachsener Söhne nie auf Reisen. "Sie ist mir schon daheim bei den unterschiedlichsten Pfarramtsarbeiten eine große Hilfe, dann soll sie natürlich auch mit auf Tour", meint der evangelische Geistliche mit einem Schmunzeln. Ohnehin blitzt im Gespräch mit dem 64-Jährigen immer wieder dessen humorvolle Ader auf.

"Bayern war ja bis zur Grenzöffnung für uns ein total unbekanntes Land", erinnert sich Wilfried Noack. Besonders die Berge, die es in seiner Heimat so nicht gab, hätten ihn schon immer fasziniert. Nachdem man während der Ferien in etlichen Gemeinden im Süden Station gemacht habe, wolle man in diesen Tagen nun einmal den "hohen Norden" des Freistaats erkunden.

Auf die Idee, sich während der Freizeit an unterschiedlichen Orten als Kur- und Urlauberseelsorger zu engagieren, ist Noack übrigens durch eine Begegnung mit dem damaligen oberfränkischen Dekan Walter Schieder gekommen, der ihm diese "interessante Möglichkeit" aufgezeigt habe. Die durch seine Tätigkeit zur Urlaubszeit gewonnenen Erfahrungen möchte Noack nicht missen. "Ich habe immer Gnade erfahren, ich bin immer getragen worden", bringt er seine Erkenntnisse mit einer gewissen Symbolik auf den Punkt.

Frage nach bayerischer Grußformel

Es war reiner Zufall, dass das Ehepaar Noack während des Antrittsbesuchs in Bad Brückenau nicht nur Gerd und Martina Kirchner kurz kennenlernte, sondern darüber hinaus auch persönlichen Kontakt mit Pfarramtssekretärin Axinia Staudt und Pfarrgemeinderätin Helma Ritter hatte. Die beiden Damen konnten dem Gast dann auch gleich die Frage nach der bayerischen Grußformel, die dem Seelsorger nach eigenen Worten schon länger auf den Nägeln brennen würde, beantworten. "Bis 11 Uhr sagen wir in der Regel Guten Morgen, danach heißt es den ganzen Tag nur noch Grüß Gott", war der Wissensdurst des Geistlichen schnell befriedigt.

Wilfried Noack wird während seines Aufenthalts mehrere Gottesdienste in der Friedenskirche in der Stadt und in der Christuskirche im Staatsbad gestalten. Außerdem fungiert er als Ansprechpartner bei der Kurseelsorge in der Villa Schwan.