Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) sprach bei der wegen Corona im kleinen Kreis erfolgten Veranstaltung von einem "guten Tag für Bad Brückenau". Er wünschte sich, "dass die Kritiker, die es noch gibt, bald überzeugt sind, dass das Medzentrum eine gute Sache ist".

Für Vogels Vorgängerin Brigitte Meyerdierks (CSU), auch als Stellvertretende Landrätin vor Ort, war es "eine besondere Veranstaltung". Sie sei "überzeugt und das war ich immer, dass dieses Medzentrum in unmittelbarer Nähe zu unserem Krankenhaus einen großen Beitrag zur Sicherung der medizinischen Versorgung nicht nur von Bad Brückenau, sondern der gesamten Region leistet". Die gute Erreichbarkeit sei ein klarer Pluspunkt.

Alexander Bechtler, Sprecher des Projektentwicklers IWG Ideenwelt Gesundheitsmarkt und des Medzentrum-Verbundes, nannte "die Entscheidung für das Ärztehaus aus meiner Sicht richtig". Die ambulante medizinische Versorgung erhalte einen zukunftsfähigen Raum. Das sichere das stationäre Angebot der Prümmer-Klinik"Das Medzentrum entsteht aufgrund eines konkreten Bedarfs."

Dass alter Baumbestand weichen musste, sei ihm nicht leicht gefallen. Man sorge für Ausgleich und halte den CO2-Abdruck klein. Daher kürzlich der Tekturantrag im Stadtrat mit Technik, die den Energiebedarf des Gebäudes halbiere.

Aber warum haben sich die künftigen Mieter für das Medzentrum entschieden? Für Orthopäde Dr. Christian Knopp spielt die bessere Erreichbarkeit für seine meist älteren Patienten eine große Rolle, liegt das Ärztehaus doch gleich gegenüber des Busbahnhofes. Bisher betreibt er seine Praxis im alten Gymnasium - das schlechter mit dem ÖPNV anzufahren ist. Viele Patienten müssten sich daher Fahrgelegenheiten organisieren.

Interessant findet Knopp auch die Nähe des Medzentrums zur Prümmer-Klinik, "weil ich dort operiere". Dass seine Praxis bald in topmoderne Räume zieht, habe für ihn nicht den Ausschlag gegeben.

Auch die Gemeinschaftspraxis Nelkenstock, Hagitte und Abert wird ins Medzentrum umziehen. Dr. Rainer Nelkenstock sieht das als Entscheidung für die Zukunft, für die Nachfolger der beteiligten Ärzte. "Auf längere Sicht wird die Hausarztmedizin in einem Zentrum stattfinden." Jüngere Kollegen würden ungern alleine eine Praxis übernehmen wollen.

Nelkenstock hält die Räume in der Ernst-Putz-Straße noch für ausreichend. "Wir stoßen aber an Grenzen, haben keine Erweiterungsmöglichkeiten".

Ganz frisch seinen Mietvertrag im Ärztehaus unterschrieben hat Jan Henrik Schmitz, Geschäftsführer des fast in ganz Unterfranken tätigen Sanitätshauses Haas mit Sitz in Estenfeld bei Würzburg. Nach eigenen Worten arbeitet sein Betrieb schon länger mit dem Bad Brückenauer Sanitätshaus Richter zusammen. Man sei dabei, dessen Räume in der Altstadt 1a und der Römershager Straße zu übernehmen. Trotz des Einzugs ins Medzentrum sollen diese aber erhalten bleiben.