125 Jahre Tätsch'r Verein Gemütlichkeit Bad Brückenau, ein gewitterschwüler Sommerabend und keine weitere Veranstaltung im näheren Umfeld: Drei Gründe, warum die seit 2008 sechste Auf lage von "Sinn in Flammen" wieder einen vorher nicht gekannten Ansturm erlebte an Gästen aus Nah und Fern. Sogar Gäste aus der Partnerstadt Ancenis, die nach der Hitze des Tages nun die Hitze der Schwedenfeuer, Flammenschalen und der leckeren Steaks und Bratwürste genossen. Auch lange Schlangen an den Verkaufsständen und dichtes Gedränge schreckten nicht ab. Das Speisenzelt war schließlich wie in den Vorjahren schon bereits ausverkauft. Ein Renner waren wieder die zahlreichen Cocktails, gemixt im Brunnentempel von den Ehefrauen der Tätsch'r.

Fast alles glüht

Da stand nicht nur der Mühlbach in Flammen, bei hochsommerlichen Biergarten-Bedingungen glühte am Samstagabend nahezu alles im Siebener Park in Bad Brückenau. Vor allem bei Einbruch der Dunkelheit strömten die Besucher in den Park, über die beiden kleinen Brücken war zeitweise fast kein Durchkommen. Alle Mann des gut 50 Mitglieder zählenden Tätsch'r-Vereins packten im Vorfeld mit an, um die umfangreichen Vorbereitungen zu bewältigen. "Wir konnten uns durch einige neue Mitglieder etwas verjüngen, was uns Altgedienten doch spürbar entlastet", sagte Vorsitzender Axel Zeier, der wieder überall zu finden war, um Hand anzulegen und seine Mannschaft zu unterstützen.

Kerzenschiffchen präpariert

In tagelanger Arbeit wurden die silbrig glänzenden 31 Kerzenschiffchen, die dann in Reih´ und Glied auf dem Mühlbach schwammen und die zwei großen Schalen mit Scheitholz präpariert. "Toll, wie die Leut' wieder herströmen", lautete später sein knappes, aber äußerst zufriedenes Fazit eines erfolgreichen Festabends. Fritz Knüttel sorgte den ganzen Abend dafür, dass die Buchenholzfeuer in und neben dem Bach, die zahlreichen Schwedenfeuer, Fackeln und Flammenschalen nicht ausgingen. Vor allem für die Kinder bedeuteten die zahlreichen Feuer, ungeachtet von Funkenflug und schmutziger Kleidung, eine herrliche Gelegenheit zu "Kokeln".
Mit viel Spaß spielten die Georgibläser den ganzen Abend ihre Rhythmen und Melodien und machten so die Biergartenatmosphäre unter den alten Parkbäumen erst perfekt. Ab und zu gesellten sich noch Gastmusiker und Spontandirigenten zur Kapelle.

Schade nur, dass die Klänge nicht über die vorderen Reihen hinaus gut zu hören waren. "Mit den Einnahmen wollen wir am Wasserspielplatz ein Sonnensegel installieren, um den spielenden Kindern etwas Schatten zu bieten", berichtete Vorsitzender Axel Zeier über den Verwendungszweck der Einnahmen. Die Tätsch'r, der Verein für Gemütlichkeit, hat sich seit 125 Jahren das Wohl der Stadt auf seine Fahnen geschrieben. Und so fließen ganz selbstverständlich die Einnahmen aus solchen Veranstaltungen in dauerhafte, die Stadt verschönernde Einrichtungen und Bauwerke, wie die zahlreichen Brunnenanlagen der Stadt. Das eigentliche Fest zum Jubiläum ist im Herbst geplant.