Es ist ziemlich ruhig am Römershager Schulzentrum an diesem Freitagmorgen, gegen 9.30 Uhr. Zu ruhig. Denn die Schüler fehlen bis auf wenige Ausnahmen. Sie wurden noch vor Unterrichtsbeginn heimgeschickt. Denn in alle drei Schulen wurde eingebrochen. Der Schaden hält sich aber augenscheinlich in Grenzen. Und auch gestohlen wurde anscheinend nichts Wertvolles.

Die Bad Brückenauer Polizei spricht in ihrem Pressebericht vom Freitagmittag davon, dass sich in der Nacht zu Freitag "der oder die Täter gewaltsam Zugang zu dem großen Schulkomplex verschafft" hätten und "so zu allen dort befindlichen Schuleinrichtungen, wie Gymnasium, Realschule und Mittelschule gelangt" seien.

"In den jeweiligen Schulgebäuden wurden dann etliche Büros aufgebrochen und durchwühlt", heißt es weiter. Offensichtlich hatten es die Diebe auf das dortige Bargeld abgesehen, "da etliche Kaffeekassen und Geldbehältnisse in den Büros angegangen wurden". Der angerichtete Sachschaden belaufe sich nach einer ersten Schätzung auf mehrere Tausend Euro. Den Wert des entwendeten Geldes gibt die Polizei mit 300 Euro an.

Zum Tathergang konnte Inspektionsleiter Simon Jilg noch nichts Genaues sagen. Am Vormittag war ein Team der Spurensicherung aus Hammelburg vor Ort, überprüfte die Haupttüren der drei Schulen und andere Einstiegsmöglichkeiten, die die Einbrecher benutzt haben könnten.

Realschul-Sekretärin bemerkte Einbruch

Genauer lässt sich rekonstruieren, wie die Einbrüche bemerkt wurden. So berichtet Realschulleiter Michael Kreil, dass seine Sekretärin bei ihrem Eintreffen gegen 6.30 Uhr bemerkte, dass jemand Fremdes ins Schulhaus eingedrungen war. Sie informierte die Polizei und auch Kreil selbst. Der gleich ins Schulzentrum eilte.

Ähnlich lief es am Franz-Miltenberger-Gymnasium. "Als die Sekretärin kurz vor 7 Uhr in die Schule kam, bemerkte sie, dass drinnen Türen aufgebrochen waren", informiert Rektor Stefan Bub auf Nachfrage.

Die Sekretärin der Mittelschule wusste laut Schulleiter Michael Heyne bereits über einen möglichen Einbruch Bescheid, bevor sie zwischen 6.45 und 7 Uhr das Haus betrat. Die Polizei hatte sie angerufen, als sie vom Auto zur Schule unterwegs war. Der Verdacht bestätigte sich schnell: Die sonst verschlossene Tür zum Sekretariat war offen.

"Die Schäden sind minimal. Es gibt kleinere Spuren an den Türen und ein kleinerer Geldbetrag im Bagatellbereich ist weg", zog Heyne am Freitagmittag eine erste Bilanz. Ähnlich äußern sich Bub und Kreil. "Nach erstem Blick und Ermessen fehlt nichts", so Bub. Der Tresor sei unberührt. Größere Geldbeträge lagerten im Gymnasium eh nicht.

Unklar bleibt, warum außer etwas Geld nichts Größeres gestohlen wurde. Könnte es ein vorgezogener "Abi-Streich" gewesen sein? Stefan Bub kann sich das "überhaupt nicht vorstellen. Es handelt sich um schweren Einbruch." Michael Heyne würde dafür auch jegliches Verständnis fehlen.

Am Freitagmorgen hatten die drei Rektoren auch andere Sorgen, als über Abistreiche nachzudenken. Da in alle drei Einrichtungen eingebrochen wurde, wurde schnell klar, dass dort kein regulärer Schulbetrieb (außer in der gymnasialen Oberstufe) stattfinden kann. Schüler durften nicht ins Haus. Sie hätten möglicherweise Einbruchsspuren verwischt.

Meiste Schüler schon unterwegs

Das Problem: Die meisten Kinder und Jugendlichen waren schon auf dem Weg oder kurz davor, die meisten in Bussen. Alle 1200 Schüler (Angabe Michael Heyne) über den Unterrichtsausfall zu informieren: unmöglich.

So besprachen sich die drei Schulleiter kurz und setzten (auch mithilfe ihrer Sekretärinnen) folgenden Plan um: Die Schüler, die gerade in Bussen eintrafen, wurden gebeten, sitzen zu bleiben. Sie wurden in ihre Heimatgemeinden zurückgebracht.

Der Kommunale Omnibusbetrieb (KOB) rief die Busse, die ihre Insassen schon abgeliefert hatten, zum Schulzentrum zurück. So wurden auch die Schüler, die bereits vor Ort waren, heimgebracht, berichtet Mittelschul-Rektor Heyne. Zusätzliche Busse seien nicht notwendig gewesen.

Keine Auswirkung auf Prüfungen

Die Schüler, die zu Fuß oder mit dem Mofa ins Schulzentrum gekommen waren, durften ebenfalls heimgehen - nachdem ihre Eltern, auch über eine App, informiert wurden. Heyne spricht von einer "organisatorischen Herausforderung" und dass "die Zusammenarbeit der drei Schulen hervorragend funktioniert", nicht nur in diesem Extremfall.

Auswirkungen auf Prüfungen haben die Einbrüche übrigens nicht. Im Gymnasium sind sie bereits gelaufen; an Mittel- und Realschule stehen sie in ein bis zwei Wochen an. Am Gymnasium beginnt laut Bub am Montag wieder ganz normal der Unterricht.

Die weiteren Ermittlungen führt nun die Polizei in Bad Brückenau. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizeiinspektion unter 09741/6060 zu melden.