Sie sind motiviert, sie sind engagiert und sie sind vor allem eins: überzeugt von ihrer Idee, anderen Menschen, die in lebensbedrohliche Situationen geraten, zu helfen. Die Schönderlinger Bastian Markert und Christian Kliem sind die neuen "Helfer vor Ort", die ab Sommer in der Marktgemeinde Schondra die Versorgung im Notfall optimieren wollen: "Gerade bei Schlaganfallpatienten zählt jede Minute", erläutert Markert die Bedeutung ihrer "Helfertruppe", die sie ins Leben gerufen haben. "Bis der Rettungs- bzw. Notarztwagen eintrifft, vergehen wertvolle Minuten!" Diese wollen Markert und Kliem mit einer Gruppe Freiwilliger überbrücken. Geplant ist die Bereitschaft unter der Woche von 20 Uhr bis 6 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen wollen sie sogar rund um die Uhr bereit sein.


Traum vom eigenen Einsatzwagen

"Wir beabsichtigen, ein gebrauchtes Einsatzauto zu erwerben, auf dem das akustische Signal bereits installiert ist. Dieses Fahrzeug wird dann noch mit einem Notfallrucksack, mit AED (automatische externe Defibrillation), Sauerstoff, Digitalfunk und einigem anderen ausgestattet", berichtet Markert. Wer gerade Bereitschaft hat, nimmt das Auto mitsamt der Ausstattung mit nach Hause, um möglichst schnell losfahren zu können.

Wird ein Notruf abgesetzt, so fahren die Helfer vor Ort sofort los: "Von Schönderling nach Schondra zum Beispiel brauchen wir im Idealfall gerade einmal vier Minuten", sagt Kliem. Bis der Rettungsdienst eintreffe, könnten die Helfer vor Ort erste, mitunter lebenswichtige Maßnahmen wie Herzdruckmassage oder stabile Seitenlage einleiten oder eine stark blutende Wunde verbinden. Letzteres komme gerade oft bei Verletzungen vor, die sich Kinder zuziehen, betont Christian Kliem. Als Vater von zwei kleinen Kindern weiß er, wovon er spricht.


Zwölf Freiwillige machen mit

"Wir sind kein Bestandteil des gesetzlichen Rettungsdienstes", macht Markert deutlich, ist dennoch - zu Recht - stolz, dass er zusammen mit seinem Kollegen Christian Kliem bereits zwölf freiwillige Frauen und Männer aus dem Markt Schondra gewinnen konnte. Kliem und Markert, die schon seit vielen Jahren freiwillig Dienst beim Roten Kreuz ableisten, werden bei den ersten Einsätzen natürlich dabei sein: "Man braucht eine gewisse Einsatzroutine, ehe man mit der nötigen Ruhe solche Einsätze meistert", sprechen die beiden aus Erfahrung. Und die haben sie, denn auch beruflich sind sie als Brandmeister und Rettungsassistent aktiv.

Bevor es jedoch soweit ist, müssen die Freiwilligen Helfer noch viele Stunden Unterricht nehmen: "Ab Mitte April haben wir eine Sanitätsausbildung direkt in die Marktgemeinde geholt", so dass die Freiwilligen zur Ausbildung nicht so weit fahren müssen. "Dank der Freiwilligen Feuerwehr Schönderling und der Gemeinde dürfen wir deren Räumlichkeiten kostenlos nutzen", freut sich Kliem über diese Form der Spende.


Finanzierung über Spenden

"Unser erster Einsatz soll das große Kreismusikfest Anfang Juni in Schönderling sein." Dadurch erhoffen sich die beiden Rotkreuzler noch mehr Popularität. Denn die brauchen sie, wird doch das komplette Material einschließlich des geplanten Fahrzeugs über Spenden finanziert. Die beiden sind zuversichtlich, dass dies gelingt. "Ein paar Spenden haben wir schon", sagen sie mit leuchtenden Augen. "Viele kamen auf uns zu und haben gesagt, warum haben wir das noch nicht, in anderen Gemeinden gibt es solch eine Helfergruppe schon" spüren sie auch viel Rückhalt aus der Bevölkerung.

Markert und Kliem sind in der Dorfgemeinschaft auch in anderen Bereichen sehr aktiv, sie sind authentisch und stehen mit beiden Beinen im Leben, haben schon viel gesehen und wissen, wie wertvoll in Krisensituationen eine Minute sein kann: "Oft entscheidet sie über eine riesengroße Lebensqualität in Folge des Notfalls", möchten sie Menschen in Not ermöglichen, so schnell wie möglich Hilfe zu erhalten.