Nach Bischofsheim kamen Inken und Georg Majerski über Freunde, die sie zur Jagd nach Wülfershausen eingeladen haben. Die Region und die Menschen in der Rhön gefielen ihnen gleich. Vor allem Bischofsheim und der Himmeldunkberg haben es ihnen sofort angetan. "Schnee, Nebel und Sicht von nur 50 Meter. Die Jagd gefällt uns", lachen beide an diese Erinnerungen.

Schnell wurde ihnen das Pendeln zwischen der Rhön und ihrer damaligen Heimat in der Nähe von Osnabrück zu viel. Denn nicht mehr nur die Jagd verband sie mit der Rhön, sondern auch ein immer größer werdender Freundeskreis. Sie mieteten eine Wohnung, doch für auf die Dauer war ihnen das zu beengt, zumal Sohnemann und die Hunde mehr Platz benötigen. In der Schwedenstraße erwarben sie ein Häuschen, doch auch dort wurde es ihnen bald zu eng. Als sie erfuhren, dass das "Haus an der Stadtmauer" direkt am Ortseingang von Bischofsheim zum Verkauf stand, griffen sie zu. Mittlerweile befand sich Georg Majerski auch im Ruhestand und hatte genügend Freiraum, um gemeinsam mit Bischofsheimer Fachfirmen die Haussanierung anzupacken.

Ursprünglichen Charme erhalten

Der ehemalige Bürgermeister Majerski und seine Frau hatten klar Vorstellungen, wie sie das Haus zu einem  modernen Wohnhaus umbauen möchten, das aber seinen ursprünglichen Charme und die besondere  Atmosphäre behält. Zunächst musste es komplett ausgeräumt werden, wobei aber die Raumstruktur im Inneren weitgehend erhalten bleiben sollte. Ansonsten kam alles raus: Fußböden, Türen, Treppen, Fenster, Installationen, Heizung usw. Dank der mittlerweile guten Beziehungen zur Bischofsheimer Handwerkerschaft und dem Interesse, auch selbst mit Hand anzulegen, entstand in relativ kurzer Zeit ein Schmuckstück, in dem sich die Familie sehr wohl fühlt. Der Innenhof ist bestens als Auslauf für die Hunde geeignet, der alte Gewölbekeller wurde zum geschätzten Weinlager. Immer wieder wurden neue Ideen geboren und umgesetzt, wie die Außentreppe zum Innenhof, eine Brücke, die die beiden zum Innenhof liegenden Balkone verbindet.

Für diese Sanierung erhielten Inken und Georg Majerski von der Kreuzbergallianz den Sanierungspreis des Jahres 2021. Bei aller Modernität war es ihnen stets wichtig, die Geschichte des Hauses zu berücksichtigen: "Das Haus hat Seele, es erzählt Geschichte." Allein der Standort direkt am Eingang zur Stadt lasse vermuten, dass es in früherer Zeit eine gewisse Bedeutung hatte. Es ist auch als "Pariser-Haus" in Bischofsheim bekannt. Der Großvater des letzten Bewohners war offenbar als Soldat in Paris. Der Spitzname hielt sich, wurde weitergegeben, und heute wird Georg Majerski in Bischofsheim schon damit in Verbindung gebracht.

Fensterläden, Hoftor und harmonisches Farbkonzept

Die unter Denkmalschutz stehende Stadtmauer galt es bei den Sanierungsarbeiten besonders zu berücksichtigen und zu schützen. Mit Kreisbaumeister Herbert Bötsch wie auch der Stadt Bischofsheim wurde eng zusammengearbeitet. So entstand nach und nach ein echter Hingucker. Vor allem die Fensterläden, das Hoftor und das harmonische Farbkonzept werten das Anwesen optisch auf. Dass Majerskis innerhalb eines Jahres sanieren und einziehen konnten, sei dem Engagement der Handwerker und dem eng getakteten Sanierungsplan von Georg Majerski zu verdanken. "Er war morgens um Sieben der erste auf der Baustelle", verriet seine Frau.

Nächste Projekte geplant

Sich in Bischofsheim heimisch zu fühlen, fiel Inken und Georg Majerski nicht schwer. Einerseits haben  sie durch die Jagd schnell Freunde gefunden und sind ihrerseits auch gesellige Menschen. Inken Majerski fand in Bischofsheim sogleich eine Arbeitsstelle und nachdem die Arbeiten am Haus weniger wurden, beschloss Georg Majerski sich in der Bischofsheimer Gastronomie als Kellner zu versuchen.  Wobei das eigentlich eher aus Spaß heraus entstand, ihm aber mittlerweile große Freude bereits und viel Kontakte bringe.

Die nächsten Projekte haben Majerskis schon auf ihrer Agenda stehen. Ein Schlachthaus soll in der ehemaligen Garage entstehen und eine Sommerküche im Hof, was auch für die jagdlichen Erträge von Vorteil sei. Drei Gärten im Bischofsheimer Grüngürtel haben sie mittlerweile erworben, alte Sorten an Obstbäumen gepflanzt. Gemüse und Kräuter gibt es aus dem Selbstversorger-Garten. "Wir sind immer auf der Suche nach Besonderheiten", betonen beide, und sie sind voller Ideen. Den Sanierungspreis der Kreuzbergallianz bekamen sie für diese gelungene Sanierung, eines vorher unbewohnbaren Gebäudes. Bischofsheim ist um ein Schmuckstück reicher geworden.