Rauschende Feste feierten einst amerikanische Soldaten im "Gebäude 31". Es liegt zentral am Eisenhower-Platz und wurde ursprünglich als Offizierskasino für die Wehrmacht gebaut. Mittlerweile darf niemand das Haus betreten, da die Bausubstanz marode geworden ist. Das Ingenieurbüro Glatt aus Bad Kissingen stellte der Redaktion diese Aufnahme des ehemaligen Ballsaals zur Verfügung.

Das Bild entstand vor einiger Zeit, als Ingenieur Peter Wolf das Gebäude im Auftrag der Bundeswehr begutachtete. Der Glanz der Vergangenheit lässt sich noch erahnen, wenngleich Putz von Decken und Wänden des früheren Festsaals bröckelt. "Die Amerikaner haben Theater dort gespielt, es gab Bälle und alles mögliche", erinnert sich Adolf Kreuzpaintner.

Kurzweil und Kreativität

Er war 15 Jahre Soldat und 28 Jahre Zivilangestellter bei der Bundeswehr. Dabei arbeitete er jahrzehntelang mit den Amerikanern zusammen und baute aus Eigeninitiative eine militärhistorische Sammlung über den Truppenübungsplatz Wildflecken auf. Sie ist auf Anfrage in der Rhön-Kaserne zu besichtigen. Zur Zeit ist ein Besuch aber wegen der Corona-Pandemie nicht möglich.

Als "Special Service Club" habe das Gebäude 31 zur Zeit der Amerikaner für eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten zur Verfügung gestanden, erinnert sich Kreuzpaintner. So habe es ein Fotolabor, eine Modellschreinerei und Werkstätten für Lederwaren und Keramik gegeben. Im Erdgeschoss seien die Poststelle und eine Bibliothek gewesen, berichtet er. Heute aber zeugt nicht mehr viel von Kurzweil und Kreativität der amerikanischen Soldaten.

Vor dem Einsturz bewahren

Der Erhalt einer solchen Immobilie ist schwierig. "Das Gebäude steht nach wie vor unter Denkmalschutz, ein Abriss ist nicht vorgesehen", berichtet Oberstleutnant Ralf Stachowiak. Er ist seit diesem Frühjahr Kommandeur des Bereichs Truppenübungsplatzkommandantur Süd. Zurzeit würden Realisierungsmöglichkeiten einer weiteren Nutzung geprüft.

Damit niemand Schaden nimmt, lässt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümerin das Gebäude absichern, um den aktuellen Zustand zu erhalten und "Zeit für eine langfristige und tragfähige Lösung zu finden", gibt Stachowiak Auskunft.

42 Jahre lang, von 1952 bis 1994, waren US-amerikanische Streitkräfte in der Rhön stationiert. Sie prägten den Ort Wildflecken maßgeblich.