"Jeder Engel ist ein Unikat", sagt Kurt Müller. Der Senior aus Wartmannsroth ist seit vielen Jahren bekannt für seine attraktiven Holzarbeiten aus seiner Hobbywerkstatt. In der Regel werden diese Arbeiten für einen guten Zweck gefertigt. Jetzt auch wieder, nämlich für den nächsten Pinklauf in Bad Brückenau.

Zugunsten der Brustkrebshilfe Deutschland gibt es auch heuer wieder den Pinklauf der Frauen am 3. Oktober in der Bäderstadt. Start ist um 11 Uhr am Marktplatz in Richtung Georgi-Kurpark. Über insgesamt 7,77 Kilometer gelangen die Läuferinnen bis zur Wandelhalle im Staatsbad und zurück bis zum Ziel im Siebenerpark. "Gelaufen wird in jedem Fall", hofft Organisatorin Karin Bauer auch heuer wieder auf "Kaiserwetter".


Viele helfen mit

Karin Bauer ist die Leiterin der Tourist-Information im Rathaus in Bad Brückenau, die freilich ohne die ehrenamtliche Unterstützung von privaten Helfern, Gruppen, Firmen, politischen Organisationen und Vereinen, vor allem des ansässigen Turnvereins (TV), den Pinklauf nicht alleine durchführen könnte. "Es ist eine Riesensolidarität aller Beteiligten und eine gute Stimmung", sagt sie.

Bis zum 26. September kann man sich für den Pinklauf anmelden, Infos gibt es auch auf der Website. Nach dem 26. September sind weitere Anmeldungen immer noch möglich, nämlich telefonisch bis 30. September (Tel.: 09741/804 11, oder per Mail tourismus@bad-brueckenau.de). Das Startgeld beträgt zehn Euro pro Teilnehmerin. Im vergangenen Jahr seien es über 1000 Anmeldungen gewesen. Bauer: "Ich rechne damit, dass wir diese Zahl heuer noch steigern können".


Startgeld wird gespendet

Angefangen haben die Pinkläufe im Jahr 2011 mit etwa 200 Frauen. Es gehe nicht um Medaillen, so Bauer. Gelaufen werde in drei Gruppen - je nach Leistungsfähigkeit, nämlich als Joggerinnen, als Nordic-Walkerinnen und als "die Gemütlichen". Spaß an der Bewegung und der gute Zweck seien die Motivation. "Das eingenommene Startgeld fließt zu 100 Prozent als Spende dem Verein Brustkrebs Deutschland zu", sagt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU).

Deshalb freue sie sich darüber, dass Kurt Müller jetzt seine mit eigener Hand gefertigten Holzengelchen ebenfalls als Spende zur Verfügung stellen wird. Kurt Müller hat eine sehr persönliche Beziehung zum Thema Brustkrebs: Vor zwei Monaten starb seine Frau Ursula an dieser Krankheit. Schon seit Jahren ließen die Müllers der Krebshilfe immer wieder Spendengelder zufließen. Das Holz vom Birnbaum und vom Apfelbaum hat Kurt Müller für die Holzengel zum Pinklauf ausgewählt. "Diese Bäume zeichnen sich durch schöne Blüten aus, die ein Erblühen des Menschen nach sich ziehen sollen", sagt er dazu.


Offen drüber reden

Zu den Holzarten hat er eine persönliche Beziehung, Ahorn sei zum Beispiel das Holz der Liebe. Etwa 300 Engelchen hat Müller schon gefertigt. Wie viele er noch bis zum Pinklauf schafft, das weiß er noch nicht. Er hofft aber auf ehrenamtliche Helfer, die ihn beim Schleifen der Engelskanten noch unterstützen werden. Mit Pink-Schleifen könne man diese Engel optimal kombinieren.

Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks wünscht sich, dass "das Thema Brustkrebs endlich mal aus dem Tabubereich geholt werden soll". Die Frauen sollten darüber reden und sich Gedanken machen. Jeder Nichtbetroffene kenne zumindest Jemanden aus dem Verwandschafts- oder Bekanntschaftskreis, der betroffen sei. "Der Pinklauf ist etwas Besonderes", sagt sie. Denn bei allem Ernst komme die Freude über die gemeinsame Solidarität rüber. Zur Eröffnung des Pinklaufes in Bad Brückenau komme in diesem Jahr auch die Bundesvorsitzende des Vereins Brustkrebs Deutschland, Renate Haidinger.