Der Heilige Antonius ist landauf landab als der "Schlamperpatron" bekannt. Ein verlegter Schlüssel, eine unauffindbare Brille, verschollene Dokumente - da hilft ein Stoßgebet zum Antonius und schon tauchen die scheinbar verloren gegangenen Dinge wieder auf. Doch der Heilige Antonius ist mehr als ein Wächter über verlegte Schlüssel und unauffindbare Brillen. Er war ein begnadeter Prediger, ein Franziskaner, der die Menschen berührte und ihnen Gott nahe brachte. So ist er auch heute noch ein Wegweiser für Menschen auf der Suche nach sich selbst, nach Gott, nach innerem Frieden und ihrem Weg. In diesem Sinne wurde das Antoniusfest am Kreuzberg mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert.

Als Festprediger war Pater Gabriel Zörnig aus Fulda in die bayerische Rhön gekommen. Er ist Seelsorger bei "antonius - Netzwerk Mensch", einer bürgerschaftlichen Netzwerk um Menschen mit Behinderungen zu fördern und zu unterstützen. Liebevoll bezeichnete er seine Schützlinge als "besondere Menschen". "Jeder Mensch ist bei Gott etwas ganz Besonders", sagte er. "Ich habe gelernt, jeder Mensch ist anders, mit all seinen Gaben. Jeder Mensch ist wertvoll und besonders."

In seiner Predigt gab Pater Gabriel ein sehr persönliches Glaubenszeugnis über seine intensive Verbindung zum Heiligen Antonius, von dem er zum erstem Mal als Kind von seiner Mutter hörte. Seine Lebensstationen im Franziskanerorden brachten ihn immer wieder in Antoniusgemeinden  und mit Persönlichkeiten zusammen, die ihn prägten und die ebenfalls einen besonderen Bezug zum Heiligen Antonius haben.

Seelsorger im Gefängnis

Eindrucksvoll berichtete er aus seiner Zeit als Gefängnisseelsorger in Mecklenburg-Vorpommern, von Straftätern denen er vom Heiligen Antonius erzählte. "Er ist zuständig, wenn man etwas verloren hat", habe er erklärt und nach einer Weile des Schweigens habe einer der Gefangenen erwidert: "Dann ist er auch für uns da, wir sind doch auch alle verloren." Diese Aussage habe ihn tief bewegt. "Da ist jemand, der von sich sagt, ich bin verloren. In Gott ist niemand verloren. Und mit Antonius geht auch niemand verloren."

In den vergangenen Jahren gab es zum Antoniusfest auch immer eine Prozession rund um die Klosteranlage. Doch Pater Georg Andlinger erklärte den Gottesdienstbesuchern, dass Prozessionen nur noch an den beiden Hochfesten Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung stattfinden werden. Dies habe organisatorische Gründe.