Am vergangenen Wochenende haben der katholische Pfarrer Florian Judmann und seine evangelische Amtskollegin Daniele Roth das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) gesegnet. Bereits im März hatte Kommandant David Kretschmann das TSF in Rendsburg im hohen Norden abgeholt; mit drei Feuerwehrkameraden, einem auf gerade mal 100 km/h begrenzten Feuerwehrfahrzeug ohne Radio und viel Vorfreude. "Da kann man was erleben", schmunzelte Kretschmann.


Über den Brandschutz hinaus

Wildfleckens früherer Bürgermeister Alfred Schrenk und stellvertretender Landrat (SPD) erinnerte daran, dass sich die Gemeinde phasenweise auch über ein gebrauchtes TSF Gedanken gemacht hatte. Schon in der Bürgerversammlung des Jahres 2009 hatte Kommandant Kretschmann seinen Wunsch nach einem modernen Fahrzeug für die Oberwildfleckener Wehr klar gemacht. Das bisherige Feuerwehrauto hatte bereits viele Jahrzehnte auf dem Buckel und wurde den technischen Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr gerecht.

Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) zeigte sich zufrieden, dass nun auch in Oberwildflecken ein modernes Fahrzeug einsatzbereit steht. Insgesamt wurden 75.000 Euro investiert, wobei rund 20.000 Euro an Fördermitteln flossen. "Die Oberwildfleckener hatten sich bereit erklärt, einen Teil der Ausrüstung aus dem alten Fahrzeug zu übernehmen. Das hat natürlich weitergeholfen", lobte der Rathauschef.

"Nun müssen wir natürlich verstärkt damit üben, denn die technischen Anforderungen sind nicht geringer geworden", machte Kommandant Kretschmann deutlich. Bei der Beschaffung hatte sich die Marktgemeinde mit der Stadt Hammelburg zusammengeschlossen, die für Obererthal ebenfalls ein neues Fahrzeug gesucht hat.
Wildfleckens Kommandant Georg Helfrich wies auf die Bedeutung auch von kleineren Wehren direkt vor Ort hin. "Die Feuerwehren leisten immer mehr Hilfestellung, die nicht direkt etwas mit dem Brandschutz zu tun hat", so Helfrich. Gesetzliche Vorgaben sehen eine Hilfeleistung binnen zehn Minuten vor. "Das geht aber nur, wenn auch in kleinen Dörfern Feuerwehrleute direkt am Ort sind."


Ruf nach der Jugend

Insofern hält Helfrich nichts von Überlegungen, die Feuerwehren an zentralen Orten zusammenzufassen. Die Segnung und Übergabe in Oberwildflecken wurde zusammen mit der Bundeswehr-Feuerwehr durchgeführt, die ein Fahrzeug für die Waldbrandbekämpfung in Dienst gestellt hat. Helfrich lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit den Kameraden der Bundeswehr, er machte aber darauf aufmerksam, dass die Bundeswehr zwar sehr hilfsbereit sei, eigentlich jedoch nicht für die Marktgemeinde zuständig ist. Insofern könne man die jahrelange Zusammenarbeit gar nicht hoch genug einschätzen. Michael Hackl vom Oberwildfleckener Feuerwehrverein lobte die Unterstützung durch die Gemeinde. Besonders Kämmerer Dieter Feller hatte sich bei der Beschaffung des Fahrzeuges engagiert.

Bürgermeister Kleinhenz und Amtsvorgänger Schrenk machten auf die besondere Situation Wildfleckens in Sachen Brandschutz aufmerksam. So gibt es neben drei freiwilligen Feuerwehren auch eine eigene Feuerwehr der Bundeswehr und eine Werkfeuerwehr bei Paul & Co. "Wir sind also nicht schlecht aufgestellt", sagte Schrenk.Er hoffe nun, dass der junge Oberwildfleckener Kommandant die Jugend für den Dienst in der Wehr begeistern könne. Das neue Fahrzeug bietet übrigens Platz für sechs Einsatzkräfte und wurde mit allen technischen Details vom Kommandanten David Kretschmann vorgestellt.