Im Rahmen der Aktionswoche "Zu Hause daheim" im Landkreis Rhön-Grabfeld präsentierte die Kreuzbergallianz, gemeinsam mit der "Fachstelle für Senioren und Menschen mit Behinderungen" am Landratsamt Rhön-Grabfeld, einen Vortragsabend zum Thema "Wohnungsanpassung und Wohnberatung".

Dieses Thema passe hervorragende zur Innenentwicklung, die ein Schwerpunkt der Kreuzbergallianz sei, erklärte Bürgermeisterin Birgit Erb, die zugleich Kreuzbergallianz-Vorsitzende ist. Dazu gehöre die Modernisierung von Gebäuden wie auch die barrierefreie Gestaltung der Eigenheime, damit die Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden den Lebensabend genießen können.

Das Ziel sei auch im Seniorenpolitischen Gesamtkonzept enthalten, welches derzeit für den Landkreis Rhön-Grabfeld erstellt werde, informierte Ehrentraud May, die Vertreterin der Kreuzbergallianz im Begleitgremium. Veronika Enders von der "Fachstelle für Senioren und Menschen mit Behinderungen" am Landratsamt Rhön Grabfeld, ist für die Erstellung dieses Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes zuständig. In den Schwerpunkten gehe es um Pflege und Betreuung, Wohnen, gesellschaftliche Teilhabe und Infrastruktur. "Zu Hause daheim, so lange wie möglich" - dazu sei auch Pflegestützpunkt ein starker Partner, erklärte Enders. Sie stellte die Beratungsmöglichkeiten vor.

Den eigentlichen Vortrag zur "Wohnungsanpassung und Wohnberatung" hielt Architekt Armin Kraus, der seit fast elf Jahren als Berater für die Bayerische Architektenkammer vorwiegend zum Thema barrierefreies Bauen und Wohnen tätig ist. Jeden ersten Donnerstag im Monat bietet Kraus gebührenfreie Beratungen an, beantwortet Fragen zur Barrierefreiheit und informiert über finanzielle Fördermöglichkeiten und Wohnformen im Alter.


Kleine Veränderungen

Barrierefreiheit habe für Kraus drei Gesichtspunkte: Bewegung, Wahrnehmung und Bedienung. Auch eine Treppe müsse kein Sicherheitsrisiko sein; sie könne barrierefrei gestaltet werden, mit Handläufen auf beiden Seiten und Stufen, die durch Markierungen gut erkennbar seien, zeigte Kraus beispielhaft auf. "Gebäude werden barrierefrei, wenn man sie erreichen, betreten und benutzen kann." Es mache keinen Sinn, wenn der Eingang zwar breit genug für einen Rollstuhlfahrer sei, die Gänge aber zu eng und keine entsprechende Toilette vorhanden sei. Dabei machte Kraus darauf aufmerksam, dass der Begriff Barrierefreiheit nicht unbedingt bedeute, dass es auch rollstuhlgeeignet sei.

Die eigene Wohnung barrierefrei zu gestalten, da können oftmals auch kleine Veränderungen schon eine große Wirkung erzielen. Kraus lud die Zuhörer zu einem kleinen virtuellen Rundgang durch Wohnräume ein. Ausreichend Bewegungsraum vor der Haustüre sei nötig, um Rollator und Taschen abstellen zu können. Fußmatten seien oft eine Stolperfallen, sie können oft in den Boden eingelassen werden. Auch für Türschwellen lassen sich bauliche Lösungen finden, die zugleich den energetischen Aspekt berücksichtigen. Grundsätzlich gelte, die Wohnung müsse für den Menschen passen, der dort lebe.

Niedrige Türgriffe, die dem Rollstuhlfahrer entgegenkomme, können Nutzern von Rollatoren Probleme bereiten, weil sie sich nach vorne beugen müssen.Viele Beispiele zeigte Kraus auf: ein Handlauf, der über die Stufen hinaus reiche, Farbwechsel bei Treppen und Markierungen auf den Stufen, eine gute Beleuchtung eventuell über Bewegungsmelder, Trittsicherheit auf Stufen. Im Bad sei auf rutschfesten Bodenbelag und bodengleiche Duschen, Haltegriffe und eine Tür, die sich nach außen öffne zu achten.

Für altersgerechtes Umbauen gebe es von der KfW-Bank zinsgünstige Kredite und Zuschüsse. "Barrierefreies Bauen ist nachhaltiges Bauen", sagte Kraus, denn es sei ein Bauen für alle Generationen.