Führungswechsel bei der Feldgeschworenengemeinschaft Bad Brückenau: Nach 14 Jahren stand Siegfried Schaub als Kreisvorsitzender nicht mehr zur Verfügung. Seine Nachfolge übernimmt Walter Muth aus Oberleichtersbach. Muth ist seit 2018 Feldgeschworener und seit vorigem Jahr Obmann für seinen Heimatort. Muth möchte den Kontakt zu den Ortsobmännern der Feldgeschworenengemeinschaft aufnehmen, versprach er in seinem kurzen Statement. Die Original Weißenbacher Schloßhofmusikanten spielten den Feldgeschworenen und ihrem neuen Kreisobmann zünftig auf.

Bevor die Formalien abgehandelt wurden, trafen sich die Feldgeschworenen bei schönstem Sommerwetter zur Kirchenparade mit Ehrenmädchen und feierten gemeinsam Gottesdienst. Neuvereidigungen wurden vorgenommen und Ehrungen standen auf der Tagesordnung, die von der stellvertretenden Landrätin Brigitte Meyerdierks überreicht wurden. Für 40 Dienstjahre als Feldgeschworener gab es den goldenen Senkel, eine besondere Auszeichnung und Würdigung für Bayerns ältestes Ehrenamt. Die Jubilare waren sich einig, dass ihre Arbeit als "Siebener" auch in Zeiten von Digitalisierung wichtig und unverzichtbar sei. "Es ging immer glatt", blickten sie auf ihre 40 Dienstjahre zurück.

Auf freiem Feld und im Wald

Am meisten seien Feldgeschworene im Zusammenhang mit landwirtschaftlicher Tätigkeit im Einsatz. "Wenn ein Grenzstein rausgeackert wurde, dann wird der örtliche Feldgeschworene gerufen. Meist wendet sich der Landwirt an seinen Obmann. Wir können das vor Ort regeln", wurde auf Nachfrage berichtet.

Zur Feldgeschworenengemeinschaft Bad Brückenau gehören auch Waldgeschworene. "Wir Feldgeschworene sind nur auf dem freien Feld tätig", betonte Siegfried Schaub. Doch die Waldgeschworenen seien bei den Tagungen der Feldgeschworenen natürlich mit dabei, sei doch ihre Aufgabe ähnlich gelagert.

Sandro Kirchner (MdL/CSU) dankte allen Feld- und Waldgeschworenen, die dieses Ehrenamt auf Lebenszeit ausüben. Das älteste Bayerische Ehrenamt gehe auf das 13. Jahrhundert zurück und sei ein fränkische "Erfindung". Feldgeschworene wahren den Frieden in den Dörfern, klären Streitigkeiten um Grund und Boden, unterstützen Bürgermeister und Vermessungsämter. "Feldgeschworene sind ein Symbol für ein friedliebende Gesellschaft."

Ehrungen

55 Dienstjahre: Erich Müller (Unterleichtersbach)

40 Jahre: Hans Kober (Singenrain), Siegfried Schaub (Unterleichtersbach), Otto Stephan (Riedenberg), Albin Römmelt (Singenrain), Alfred Kleinhenz (Wildflecken), Heinz Günnel (Bad Brückenau), Franz Weber (Römershag), Lothar Kraus (Römershag), Ludwig Zeier (Oberleichtersbach) und Hermann Dorn (Riedenberg)

Waldgeschworene: Klaus Zeier (Riedenberg), Walter Leitsch (Modlos) und Hermann Wahn (Roßbach)

25 Jahre: Manfred Will (Motten), Bruno Müller (Motten), Reinhard Hüfner (Speicherz), Lothar Wuttke (Wildflecken), Walter Höhl (Wildflecken), Helmuth Zeier (Mitgenfeld), Günter Beck und Helmut Helfrich (beide Oberleichtersbach), Josef Weber (Unterleichtersbach), Walter Kleinhenz (Breitenbach) und Peter Heck (Platz)

Waldgeschworene: Steffen Kopp (Riedenberg), Joachim Halbleib (Bad Brückenau)

Vereidigt: Michael Schneider (Römershag), Roland Weigang (Riedenberg), Lothar Karges (Singenrain), Peter Plobner (Unterleichtersbach), Roland Romeis (Unterleichtersbach), Jan Henninger (Detter), Christian Breitenbach (Detter) und Lars Kessler (Detter).

Folgende Feldgeschworene wurden seit der letzten Tagung bereits vereidigt und nun offiziell vorgestellt: Paul Gundelach (Wildflecken), Gerhard Kleinhenz (Wildflecken), Hans-Jürgen Müller (Eckarts), Christian Ullrich (Rupboden), Roland Strebl (Rupboden), Sven Wiesner (Brückenau), Siegfried Wiesner (Brückenau), Reinhold Rosenberg (Motten), Heiko Heinle (Platz), Philipp Schneider (Platz), Georg Schneider (Kothen), Hendrik Kiefner (Zeitlofs), Stefan Krammer (Zeitlofs), Günter Heil (Breitenbach) und Wolfgang Jehn (Breitenbach).