RhönFür die Wegewarte des Rhönklubs sind die Wintermonate die ruhigste Zeit des Jahres. Jeder Wegewart hat einen Zuständigkeitsbereich, in dem er für eine funktionierende Markierung und Beschilderung der Wanderwege verantwortlich ist. Mit der Zeit verblassen die Markierungszeichen, manche verschwinden hinter Ästen oder werden Opfer von Vandalismus. Regelmäßige Kontrolle und Pflege sind unerlässlich.

Zwischen März und Oktober 2016 betrug der Arbeitsaufwand für das vom Rhönklub betreute Wegenetz beispielsweise 2900 Stunden. Neben den eigentlichen Rhönklubwegen, die in Haupt- und Nebenwanderwege unterteilt werden, pflegt der Rhönklub die Markierung der Jakobuswege sowie den "Hochrhöner" mit seinen Extratouren.


Ohne Ehrenamtliche geht's nicht

"Ohne die vielen Arbeitsstunden, die die Wegewarte ehrenamtlich leisten, wäre die Qualität das Wanderangebots in der Rhön spürbar geringer", sagt Thomas Lemke, Hauptwegewart im Rhönklub und Koordinator für das Wanderweltprojekt der Arbeitsgemeinschaft Rhön. Auch die Zusammenarbeit mit den beiden Naturparks in der Bayerischen und Hessischen Rhön wurde über die Jahre stetig intensiviert. Als aktuelle Beispiele für dieses funktionierende Miteinander nennt Lemke die erfolgreiche Überarbeitung der Wanderwege in den Gemeinden Nordheim, Sondheim und Hausen sowie die Neugestaltung der "Extratour Milseburg".


90 Wegewarte im Amt

In der Summe betreuen die 90 Wegewarte des Rhönklubs knapp 3900 Kilometer Wanderwege. 2010 war dieses Wegenetz mit fast 6000 Kilometern noch deutlich umfangreicher. "Wir haben schon vor sieben Jahren begonnen, das Rhönklubwegenetz zukunftsfähig zu gestalten", sagt Lemke. Neben dem Ausbau der selbsterklärenden Beschilderung und der Verbesserung der Markierung wurden zahlreiche Wegestrecken gebündelt und abschnittsweise verlegt. "Ohne die zusätzliche Streichung von Wanderwegen wäre eine nachhaltige, qualitative Verbesserung nicht möglich gewesen", ist sich Lemke sicher.

Einigkeit bestand von Anfang an darin, die Hauptwanderwege zu erhalten. Diese Fernwanderwege verbinden die schönsten Landschaften und attraktivsten Ziele miteinander und bilden das Grundgerüst der Rhöner Wanderwelt. Ein Vertreter dieser Kategorie, der "Milseburgweg" von Fulda nach Meiningen, wurde gründlich überarbeitet und als "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" ausgezeichnet.


Nachfragelücke geschlossen

Die größten Veränderungen gab es bei den sogenannten Nebenwanderwegen. Mehr als jeder dritte Wanderweg dieser Kategorie wurde gestrichen. Diese Rundwanderwege mit Längen zwischen 35 und 45 Kilometern sind als Zwei-Tages-Touren angelegt und schließen damit einebisher deutliche Lücke in der Nachfrage.

"Auch künftig wird der Rhönklub im Rahmen seiner personellen und finanziellen Möglichkeiten ein sehr gutes Angebot für Wanderer anbieten", sagt Jürgen Reinhardt, seit 2014 Präsident des Rhönklubs. Für 2017 plant der Rhönklub den vorläufigen Abschluss der Überarbeitung seiner Wanderwege. Wenngleich es immer wieder Veränderungen geben müsse, so sei die Zeit des großen Umbruchs erst einmal vorüber.