Auf der Raststätte Rhön-Ost an der Rhönautobahn in Unterfranken war am Mittwoch (06.10.2021) gegen 7:00 Uhr ein Lkw in Flammen aufgegangen.

Wie die Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck mitteilt, war ein 37-Jähriger aus Baden-Württemberg mit seinem Lkw in den Tankstellenbereich der Rastanlage eingefahren. Ein Passant machte ihn auf ein Feuer im rechten vorderen Bereich seiner Zugmaschine aufmerksam. Der Lkw-Fahrer steuerte sein Gefährt sofort aus dem Gefahrenbereich der Tankstelle auf einen Parkplatz.

Kreis Bad Kissingen: Lkw auf Rastplatz steht plötzlich in Flammen 

Dort brannte der mit großen Papierrollen beladene Sattelzug laut der Mitteilung innerhalb kürzester Zeit vollkommen aus. Durch das Feuer seien etwa 400 Liter Diesel aus dem Tank in einen Abwasserkanal gelaufen. Der entstandene Schaden liege bei rund 250 000 Euro.

Die Autobahnmeisterei Oberthulba riegelte die Rastanlage Rhön Ost während der etwa zweieinhalbstündigen Löscharbeiten ab. Ein kleiner Teilbereich nahe der Lkw-Tanksäulen blieb bis zur Bergung des ausgebrannten Lasters gesperrt. Zum Löschen wurden die Feuerwehren aus Bad Brückenau, Schondra und Oberthulba gerufen. Verletzt wurde durch das Feuer niemand.

Die Schondraer Feuerwehr wurde laut Kommandant Christian Schüßler um 7.03 Uhr alarmiert. Insgesamt 15 Kameraden eilten mit vier Fahrzeugen zur Unglücksstelle. Als sie eintrafen, stand der vordere Teil des Lkw in Flammen. Die Ladung war noch unbehelligt. Bald schlugen die Flammen aber auch auf die großen Papierrollen über.

Durch den Lkw-Brand gelangten etwa 400 Liter Diesel in einen Abwasserkanal

Die Feuerwehren - Bad Brückenau war mit 20, Oberthulba mit 13 Mann vor Ort - konnten zumindest verhindern, dass der hintere Teil komplett ausbrannte; beim Führerhaus gelang das nicht. In Medienberichten des Tages war von einer "starken Rauchentwicklung" die Rede. Schüßler erklärt das damit, dass neben Wasser auch Löschschaum zum Einsatz kam. Ansonsten hätte man die Flammen gar nicht ersticken können.

Der Schondraer Kommandant erklärt auch, warum so viel Kraftstoff ins Freie gelangte. Durch die Hitze seien die Lkw-Reifen geplatzt, hätten die dazwischen eingebauten Dieseltanks aufgerissen. Droht dem Umfeld der Autobahn-Raststätte nun eine Umweltkatastrophe? Höchstwahrscheinlich nicht, meinen sowohl Christian Schüßler als auch Uwe Seidl, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamtes in Bad Kissingen.

Die Feuerwehrleute bildeten mit Ölschlängeln eine Art Damm, der verhinderte, dass Wasser, nicht verbrannter Diesel und Löschschaum in die Erde gelangen. Stattdessen floss das Gemisch über ein Kanalsystem in ein benachbartes Regenrückhaltebecken. Dort kann es dank einer Tauchwand und einer am Mittwoch zusätzlich eingebauten Ölsperre nicht weg.

"In den nächsten Tagen wird das Becken gereinigt, der Diesel abgepumpt", verspricht Uwe Seidl. Und zwar dann, wenn die öligen Reste, die noch auf der Fahrbahn und in den Abwasserrohren kleben, dorthin gespült sind. Das Gleiche gelte für die kontaminierte Fahrbahn.

Ein ausgebildeter Techniker des Wasserwirtschaftsamtes sei nach dem Feuer vor Ort gewesen. Er wird auch in den nächsten Tagen kontrollieren, ob an der Brandstelle augenscheinliche Ölschäden zurückgeblieben sind. Seidl kann aber jetzt schon sagen: "Das Grundwasser und das Schondraer Wasserschutzgebiet sind nicht betroffen."