Die Freilegung des Palas auf der Osterburg war ein großer Wunsch der Freunde der Osterburg. Eigentlich wollte der Vorsitzende Bruno Werner in der Jahresversammlung schon erste Ergebnisse vorstellen, denn es war vorgesehen eine Erkundungsgrabung anzulegen. Doch es kam anders. Das Projekt wird nun nicht umgesetzt.
Bruno Werner erläuterte die Hintergründe: Das Erlaubnisschreiben des Landesamtes für Denkmalpflege für das Vorhaben lag bereits vor, doch es enthielt 15 fachliche Auflagen, die zu erfüllen den Verein sehr viel Geld kosten würden. Unter anderem werde gefordert, dass die Freilegung nur mit der Hand, unter ständiger Aufsicht eines in der Grabungstechnik qualifizierten Archäologen, erfolgen dürfe. Festgestellte Bodendenkmäler, und das sei jeder behauene Stein, seien fachlich qualifiziert von einer Vermessungsfirma tachymetrisch einzumessen. Durch die Lage eines bearbeiteten Steins könne sein früherer Platz im Bauwerk bestimmt werden. Zudem müsse jeder dieser Steine fotografiert und gezeichnet werden.


Alles dokumentieren

Außerdem wurde dem Verein die Verpflichtung auferlegt, im Rahmen des Projekts die Konservierung, Restaurierung und Auswertung der Grabungsfunde sicher zu stellen. Die Oberflächen aller Grabungsaktivitäten seien winterfest abzudecken, und soweit sie nicht dauerhaft offen bleiben sollten, wieder herzustellen.

Hinzu komme, dass nach Abschluss dem Landesamt für Denkmalpflege ein Plan der tachymetrisch aufgenommenen Befunde, digital und analog sowie ein Zwischenbericht vorzulegen sei. Nach Abschluss der Arbeiten sei ein Grabungsbericht und eine Gesamtdokumentation einzureichen.


Kosten können explodieren

In einer Besprechung im Landratsamt Rhön-Grabfeld, an der unter anderem Landeskonservator Sebastian Sommer teilnahm, sei es um die Erläuterung des finanziellen Aufwandes gegangen, der für die Erfüllung der fachlichen Auflagen zu erwarten sei.

Wie Werner erklärte, "sind die Freunde der Osterburg vom Landeskonservator eindringlich und überzeugend vor der Umsetzung des Vorhabens gewarnt worden".

Die Kosten zur Erfüllung dieser Auflagen können nach seinen Erfahrungen schnell aus dem Ruder laufen und einen fünfstelligen oder sogar sechsstelligen finanziellen Aufwand erforderlich machen. Außerdem habe er nachdrücklich klar gemacht, dass die Stadt Bischofsheim als Eigentümer und Antragsteller zur Durchführung der Grabung keine staatliche Mittel mehr zu erwarten habe.


Komplexe Freilegung

Der Anlage des Stufenprofils als Erkundungsgrabung habe zwar nichts mehr im Wege gestanden, da der Verein die Kosten von zirka 41 000 Euro selbst aufbringen könne. Doch nach einer Auswertung müsse die Grabung aber wieder verfüllt werden, wenn die komplexe Freilegung des Palaskellers aus finanziellen Gründen nicht erfolgen könne. Aus Sicht des Vorstandes mache das ganze Projekt keinen Sinn mehr, gegenüber den Mitgliedern sei es nicht zu verantworten, solch einen Betrag zu investieren. So wurde der Erlaubnisantrag zurückgenommen und der offizielle Beschluss gefasst: "Die Ausgrabung des Palas wird nicht weiter verfolgt."


Buche bleibt stehen

Im Jahr 2016 konzentrierte sich der Verein daher ausschließlich auf den Erhalt des Mauerwerks und die Pflege des Areals und der Grünflächen, sowie der weiteren Erschließung des Burgenlehrpfades. In der Versammlung stellte Hans Schrenk den Antrag, die eine große Buche zu entfernen, da sich im Schatten Moos bilde und die Wurzeln der Buche das Mauerwerk sprengen könnten.

Wie Wolfgang Schön erläuterte, sei dieses Problem bereits mit der Stadt Bischofsheim und dem zuständigen Förster besprochen worden, doch aus Naturschutzgründen sei die Entfernung der Buche nicht machbar.