"Die Untersuchung der Proben hat nichts ergeben", teilt Joachim Urban, Beschäftigter des Forstbetriebes Bad Brückenau und ehrenamtlich für das Landesamt für Umwelt (LfU) in Sachen Wolf tätig, auf Nachfrage mit. Er hatte an jenem Dezember-Dienstag die Proben auf einer Wiese am Rand des Neuwirtshauser Forstes genommen (wir berichteten).

Nun berichtet Urban, dass für einen klaren Nachweis eines Wolfsrisses die Zeit zwischen Probenentnahme und Untersuchung wohl zu lang war. Das Labor des Senckenberg-Instituts in Gelnhausen habe über Weihnachten nicht gearbeitet.

Immerhin: Bei der Sektion des Kalbes in der Tierbeseitigungsanlage Bamberg wurde eine Bissspur am Rücken entdeckt. Das Tier sei also nicht "einfach so" gestorben. Ein definitiver Nachweis für den Wolf als Täter sei das aber nicht.

Ungeklärte Entschädigung

Ob Jochen Schick, Besitzer der Hochlandrinderherde, zu der das Kalb gehörte, trotzdem eine Entschädigung erhält, konnte Joachim Urban nicht sagen. Zuständig für solche Art Entschädigungen ist das LfU in Augsburg. Aus der dortigen Pressestelle heißt es, dass "ein Anspruch auf Entschädigung nur bei eindeutigem Nachweis" besteht. Dennoch bestehe ein Ermessensspielraum, aber keine Pflicht zur Zahlung. Schick selbst teilt mit, dass er noch nichts bekommen habe.

Der Unterleichtersbacher hat einen zwei Meter hohen Drahtzaun gezogen, um seine Herde zu schützen, dazu einen Elektrozaun nach innen. Dennoch musste er Anfang vergangener Woche den Verlust zweier weiterer Kälber verbuchen. Eines lag innerhalb des Zaunes; eines ist ganz verschwunden, könnte durch ein Loch nach draußen gezogen worden sein.

Wieder war Joachim Urban mit dem Jagdpächter vor Ort, bringt die Sache aber nicht mit dem Wolf in Verbindung. "Wir können uns nicht vorstellen, wie der Wolf das getan haben soll."

Sicherer ist er sich mit der Präsenz eines Luchses in seinem Oberbacher Forstrevier. Ein Förster habe ihn dort gesehen; der Zahnabdruck an einem verendeten Reh passe zu dem Raubtier. Ein sicherer genetischer Nachweis - etwa durch eine Urinspur - fehle auch hier.