Es brodelt im Staatsbad. Es brodelt so sehr, dass sich am vergangenen Freitag rund 20 Mitarbeiter der Hotelkette Dorint auf den Alten Raushausplatz stellten und Plakate in ihren Händen hielten. "Entlassungen werden in Kauf genommen, an statt in Brandschutz zu investieren", war auf einem davon zu lesen. Nun wurde bekannt, dass die "Neue Dorint GmbH" mit Sitz in Köln offenbar mit klammen Kassen zu kämpfen hat. Das rückt den Streit um den Brandschutz in ein neues Licht.

Rückblick. Am 21. Oktober gab das Unternehmen während einer Personalversammlung bekannt, dass der Fürstenhof mit 51 Zimmern geschlossen wird. Da der Hotelbetrieb mit 156 Zimmern nun etwa um ein Drittel reduziert ist, entließ Dorint gleichzeitig zehn Mitarbeiter. Als Grund für die Schließung führte das Unternehmen mangelhaften Brandschutz in dem historischen Gebäude an. Die Gebäude gehören dem Freistaat Bayern. Die Staatliche Kurverwaltung, die die Interessen des Eigentümers vertritt, widersprach: Der Fürstenhof sei sicher. Zudem liege für die Jahre 2012 bis 2018 ein Masterplan vor, um die Brandschutzanlagen auf den neuesten Stand zu bringen (wir berichteten).

Nun kommt eine neue Wendung in den Fall. Unter der Überschrift "Die Luftschlösser des Dirk Iserlohe" nimmt die Immobilien Zeitung auf ihrer Internetseite die Mutter "E&P" der Dorint-Kette unter die Lu pe. Autor Peter Maurer be schreibt detailliert, dass die Anleger, die mit hohen Gewinnerwartungen gelockt wurden, mittlerweile in die Röhre schauen. Grund dafür seien un ter an derem unrealistische Wachstumsprognosen der Dorint-Tochter, die "bis heute hohe Verluste" schreibe.

Dorint-Pressesprecher wiegelt ab

Vor diesem Hintergrund erscheint die Vermutung, dass der Brandschutz nur ein vorgeschobenes Argument sein könnte, schlüssig. Kurdirektorin Andrea Schallenkammer deutete bereits an, dass "andere Gründe zwischen den Vertragspartnern im Spiel" seien. Die Kündigung der Dorint-Mitarbeiter aus Brandschutz-Gründen sei für sie "nicht gerechtfertigt". Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) macht es deutlicher: "Das ist keine Art, wie man mit Partnern umgeht". Egal welcher Art die Verhandlungen im Hintergrund auch sein mögen, eines ist klar. "Ein Ho tel dieser Kategorie ist für Bad Brückenau unentbehrlich", brachte es Sandro Kirchner (CSU), der für den Landkreis Bad Kissingen im Bayerischen Landtag sitzt, auf den Punkt.

Das weiß auch Dorint. Kaspar Müller-Bringmann, Pressesprecher bei Dorint, wiegelt ab: "Die Rückschlüsse, die in dem Artikel gezogen werden, sind falsch", schreibt er in Bezug auf die Immobilien Zeitung. Ein Zusammenhang mit den Vorgängen in Bad Brückenau sei rein spekulativ.