Eingereicht wurden 188 Werke von 135 Komponisten, die von der Fachjury seit August intensiv gesichtet wurden. Die abschließende Zusammenkunft der Juroren in Bad Brückenau unter Leitung von Gerald Fink fand in Bad Brückenau statt und erforderte eine weitere intensive und konzentrierte Auseinandersetzung mit den eingereichten Werken. Schließlich wurden sechs Preise in vier Kategorien vergeben.

Begeistert zeigte sich Fink von der großen Vielfalt der eingereichten Stücke. Der Wettbewerb sei bedeutsam über den Bereich des fränkischen Sängerbundes hinaus, was sich daran zeige, dass sich Komponisten aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligen. Nachdem die Wettbewerbs-Teilnahmen einige Jahre bei gut 50 Einsendungen lagen, sei nun wieder ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen. "Das Chorsingen hat eine neue Aktualität bekommen und damit auch wieder mehr Komponisten", begründete Fink.

Preis wurde geteilt

In der Kategorie A, Originalkomposition, wurde der Preis geteilt. Ihn erhält Benedikt Burghardt (Hamburg) für sein Stück "Rosenlieder" für Männerchor. Hierbei handele es sich um ein neues Volkslied, das in der Tradition des Männerchorgesangs stehe, das beliebte Rosenmotiv aufgreife und dennoch in einem frischen Ton dargeboten werde. "Viele Männerchöre werden ihren Spaß daran haben", ist sich die Jury sicher. Der weitere Preisträger ist Albrecht Haaf (Mühlheim) für das Stück "Du bist min, ich bin din". Es ist ein Stück aus dem 12. Jahrhundert und stellte eine große Herausforderung dar, es musikalisch in einen zeitgemäßen Stand zu setzen. Der Komponist habe dies hervorragend umgesetzt.

In der Kategorie B ging es um die Bearbeitung beziehungsweise das Arrangement eines Volksliedes oder Songs. Preisträger ist Benedikt Burghardt (Hamburg) für die Bearbeitung des irischen Volksliedes "The Sally Gardens". Ausdrücklich verwies die Jury auf die Anonymität des Wettbewerbs, sie selbst habe erst während der Preisverleihung erfahren, dass gleich zwei Werke eines Komponisten mit einem Preis versehen wurden. Das Stück "The Sally Gardens" sei für einen achtstimmigen gemischten Chor gedacht.

Wunsch nach Frieden

Der weitere Preisträger ist Andreas Luca Beraldo (Mannheim) für die Bearbeitung des Stück "Ukuthula" für einen Frauenchor mit Klavierbegleitung. Der Wunsch nach Frieden komme in diesem Stück, das verschiedene Volkslieder aus aller Welt 0vereine zum Tragen.

In der Kategorie C, einer Kinderchor-Komposition gewann Jens Klimek (Magdeburg) mit dem Stück "Der Zwölf Elf" nach einem Gedicht von Christian Morgenstern. Das Stück entführe in eine magische Harry-Potter und Elfenwelt, erzähle eine Geschichte und befasse sich mit dem Thema Angst mit unterschiedlichen Elementen der Präsentation.

Möglichst große Verbreitung

Der Sonderpreis der Kategorie D ging an Dominik Dieterle (Mannheim) für das Werk "Die Rehlein beten zur Nacht". Die Kompositionen für den Wettbewerb sollen sich alle im mittleren Schwierigkeitsgrad bewegen, um einen möglichst große Verbreitung zu gewährleisten. Doch auch Stücke mit deutlichem höheren Anforderungen konnten für den Sonderpreis eingereicht werden. "Wir sind offen für Experimentelles und Abwechslungsreiches", machte Fink deutlich und verwies auf Herausforderungen, die dieses prämierte Stück für einen leistungsstarken und leistungsbereiten Frauen- oder Mädchenchor bereit halte.

Die Jury

Der Komponisten-Preis wurde mittlerweile bereits zum 31. Mal von der Stadt Bad Brückenau vergeben und erinnert an den fränkischen Komponisten Valentin Eduard Becker (1814 bis 1890). Die Fachjury setzt sich aus folgenden Personen zusammen: Gerald Fink (Vorsitz), Friedhelm Brusniak (Präsident des Fränkischen Sängerbundes), Bert Eerden, Christoph Hiller, Erhard Schumm. Zum Organisationsteam gehören Walter O. Neumann (stellvertretender Vorsitzender des Fränkischen Sängerbundes) sowie Jan Marberg, Kulturamtsleiter der Stadt Bad Brückenau. Das Uraufführungskonzert der ausgelobten Preise findet am 26. Mai 2019 im Großen Kursaal des Bayerischen Staatsbades Bad Brückenau statt.

Die Stadt Bad Brückenau war vertreten durch den stellvertretenden Bürgermeister Jürgen Pfister, der den Juroren für ihr Engagement und ihre fachliche Kompetenz dankte. Der Stadt Bad Brückenau sei dieser Preis, mit dem der Laienchorgesang gefördert werde, eine wichtiges Anliegen, um die kulturelle Vielfalt immer wieder neu zu inspirieren.