Woran erkennt man, ob Joghurt noch zu verwenden ist? Was gehört wo in den Kühlschrank, und was in den Vorratsschrank? Auf was ist beim Einkaufen zu achten? Die Zweitklässler der Kreuzberg-Grundschule in Unterweißenbrunn und Schönau kennen sich prima aus und können diese und viele weitere Fragen zügig beantworten.

Kein Wunder, sie beschäftigen sich schon seit einiger Zeit mit dem Thema "Wir sind Lebensmittelfreunde - Rettet Lebensmittel". So heißt das Projekt , das Anja Butter (Projektstelle Ernährung und Hauswirtschaft am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bad Neustadt) und Marlena Beck (Referendarin Hauswirtschaft) an der Grundschule begleiten. Es ist ein neues Projekt, das zum ersten Mal angeboten wird. Ziel sei es, die Schülerinnen und Schüler für einen verantwortungsvollen und wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. Den Jungen und Mädchen macht sich sichtlich Freude, sich mit dem Thema zu befassen. Anna Frisch, Klassenlehrerin der Klasse 2a in Schönau, bestätigt, wie aufgeschlossen und interessiert die Kinder sind. In den ersten Einheiten ging es um die Frage, was beim Einkaufen zu beachten sei. "Eine Einkaufsliste schreiben, um nicht zu viel einzukaufen. Sich vorher überlegen, was man braucht", erklärt eine Schülerin. "Auch krummes Obst und Gemüse ist essbar", ergänzt ein Schüler.

Richtige Lagerung und Umgang mit Schimmel

Damit Lebensmittel möglichst lange halten, bedarf es der richtigen Lagerung. Die Kinder wussten genau, wohin Wurst, Gemüse, Käse, Schokolade und Tomaten gehören. Dass der Kühlschrank unterschiedliche Kühlzonen hat und manche Lebensmittel besser nicht in den Kühlschrank kommen, wie etwa Kartoffeln oder Tomaten, konnten sie schön erklären. Doch woran erkannt man, ob Lebensmittel noch verzehrt werden können? "Anschauen, riechen und schmecken", erklärten Butter und Beck, und das wurde auch gleich ausprobiert. Ist Schimmel am Joghurt? Riecht die Banane noch gut? Wichtig: Alles, was schimmelt, muss weggeworfen werden.

Warum werden viele Lebensmittel weggeworfen? Die Frage konnte ein Junge gleich beantworten: "Weil zu viel eingekauft wurde." Zwei Einkaufswagen voll Lebensmittel werfe jede Person pro Jahr weg, erklärte Anja Butter. Das sei bei einer vierköpfigen Familie eine Menge an Lebensmittel, die man hätte einsparen können. Am Ende des Projektes gab es für die kleinen Lebensmittelfreunde einen Lebensmittelretter-Führerschein. Wunsch wäre natürlich, dass die Kinder ihre erworbenen Kenntnisse zu Hause weitergeben, den Eltern und Geschwistern davon erzählen, damit das Projekt nicht nur ein Schulprojekt bleibt, sondern in den Alltag hinein wirkt.

Hintergrund

Initiiert hat das Projekt "Wir sind Lebensmittelfreunde" das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Es ist eine Maßnahme vom Bündnis "Wir retten Lebensmittel".  Das Konzept dazu entwickelte das Kompetenzzentrum für Ernährung. Das Bildungsmaterial richtet sich an Schüler und Schülerinnen der 2. und 3. Klassen der Grundschule. Über die Dauer von bis zu acht Unterrichtseinheiten erleben diese in gemeinsamer Mission mit "Prinz Köstlich", "Hmmbeere" und "Supersalat" den Weg von Lebensmitteln entlang der Wertschöpfungskette. Sie erfahren, wie Lebensmittelabfälle entstehen und wie sie diese verringern können. Die Bildungsmaterialien stehen Lehrkräften online über die mebis-Plattform zur Verfügung. Ansprechpartner für das Projekt "Wir sind Lebensmittelfreunde" ist das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Landwirtschaftsschule, Abt. Hauswirtschaft, Bischofsheim. Tel.: 09771/ 6102 2212.