Der heimliche Intendant der Gitarrentage, so titulierte die Kurdirektorin Andrea Schallenkammer eingangs des Konzerts am Samstagabend im König-Ludwig-Saal des Kursaals Siegbert Remberger. Er ist der Initiator und Motor der seit 25 Jahren zum kulturellen Leben Bad Brückenaus gehörenden Events. Und der Intendant hatte sich viel vorgenommen für das Jubiläumskonzert.

"Ich möchte ein für die Zuhörer leichtes, sprich eingängiges und abwechslungsreiches Programm bieten", sagte der Gitarrist vor dem Konzert. Hierzu hatte er sich mit dem in Bad Brückenau als früherem Musikschullehrer nicht unbekannten Pianisten Christoph Stibor und dem Elisenquartett die dem Anlass entsprechende Unterstützung eingeladen. Letztere vier Damen konzertierten schon früher mit Remberger und im Bayerischen Kammerorchester (BKO).

Wechselnde Besetzungen

In wechselnden Besetzungen mit Gitarre und Klavier, Gitarre und Streichern, Sologitarre und alle Instrumente als Sextett zum Schlussteil vereint, wurde ein Querschnitt kammermusikalischer Gitarrenmusik vom Allerfeinsten zu Gehör gebracht. Gefälliger Auftakt war die neobarocke, selten gehörte Prelude für Gitarre und Klavier des mexikanischen Komponisten Ponce. Im Kontrast dazu die modern impressionistische Sonata. Begeisternd war dann das Zusammenspiel der vier Streicherinnen mit Remberger bei Boccherinis "Fandango Quintett".

Umschmeichelnd oder impulsiv

Seine Brillanz und sein Können in der Interpretation lateinamerikanischer Komponisten ließ dann Remberger solo deutlich hören. Fernando Sors Variationen zu Mozart, die Barcarola von Barrios und Villa-Lobos Choro No. 1 machten deutlich, dass Remberger zu den Besten seines Faches zu zählen ist. Mal umschmeichelte er sein Instrument zärtlich wie eine Geliebte, mal ließ er die südamerikanische Vitalität impulsiv erklingen. Der dritte Teil verlief ganz konträr zum bis dahin Gehörten, nicht nur wie beim Mittwochskonzert ohne lästige Fliege am Hals, sondern ganz swingend, jazzig, modern. Christoph Stibor, auch ein bekannter Arrangeur, hatte für das Konzert acht Ohrwürmer von George Gershwin für Gitarre, Klavier und Streicherquartett als "Eight Songs" neu arrangiert.

Gershwin machte dank seiner Interpreten einen dem Anlass entsprechend swingenden Abend unter Freunden der Gitarrenmusik. Den Schlusstitel stellte dabei "Nice Work" dar. Das hatten sich wohl auch die Zuhörer gedacht, und entsprechend dieses "Nice Work" mit nicht endend wollendem Applaus belohnt. Als besondere Zugabe und als Dankeschön für den "heimlichen Intendanten" Remberger boten Stibor am Klavier und die vier Damen des Streicherquartetts das Lied "Du fehlst mir" dar. Auch die zweite Zugabe, ein jazzig arrangiertes irisches Volkslied aller sechs Musiker, war allein das Eintrittsgeld wert, und macht für die zahlreich angereisten Freunde der kammermusikalischen Gitarrenmusik Vorfreude auf die 26. Auflage in 2015.