Der Oktober-Nachthimmel gürtet sich von Ost nach West mit einer breiten, über und über silbrig glänzenden Schärpe, der Milchstraße. Den östlichen Bereich schmücken die Sternbilder Fuhrmann und Perseus und ihre hellsten Sonnen Capella und Mirfak. Am westlichen Ende zeigt sich in einem wahren Lichtermeer von Sternen aller Größen noch immer das Sommerdreieck aus Wega (Leier), Deneb (Schwan) und Atair (Adler), teilt der Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön in einer Pressemeldung mit.

Pegasus auf dem Rücken

Im Zenit scheint Kassiopeia ("Himmels-W") sich mit Perseus auf ein Murmelspiel eingelassen zu haben. Zwischen ihnen glitzern zwei Sternhäufchen, die im Fernglas als Dutzende, im Teleskop als Hunderte von einzelnen "Murmeln" zu erkennen sind. Südlich davon liegt das Flügelpferd Pegasus auf dem Rücken. Ein markantes großes Viereck, das sogenannte Herbstquadrat, bildet seinen Leib.

Der antiken Sage nach entsprang Pegasus dem Hals der Medusa, nachdem Perseus ihr den schlangenhaarigen Kopf abgeschlagen hatte. Diesen brauchte er später, um die Königstochter Andromeda vor einem Meeresmonster zu retten - Sternbilder erzählen auch!

Einsam leuchtet tief im Süden ein auffallend heller Stern. Er heißt Fomalhaut ("Fischmaul"), ist fast doppelt so groß wie unsere Sonne und "nur" 25 Lichtjahre entfernt. Von Osten tasten sich Wintersternbilder heran - Widder, der Stier mit dem roten Aldebaran und den Plejaden, der Kopf der Zwillinge. Den Nordhimmel bewohnen die beiden Bärinnen ("Wagen") und der Drache.

Vier Planeten zeigen sich im Oktober, zu unterschiedlichen Zeiten. Venus folgt abends im Südwesten der untergehenden Sonne. Jupiter und Saturn wandern bis nach Mitternacht entlang der Ekliptik, die auch etwa der Mondbahn entspricht. Merkur, selten zu sehen, leuchtet im letzten Monatsdrittel kurz vor Sonnenaufgang aus Osten. Vollmond ist am 20., Neumond am 6. Oktober.

Chance auf Sternschnuppen

Abhängig von klarem, sehr dunklem Himmel eröffnen sich auch Chancen auf wenige Sternschnuppen, meist aus Ost bis Nordost, und am ehesten erst ab Mitternacht.

Der Oktober mit zunehmend langen Nächten und außergewöhnlicher Sternenfülle ist ein guter Einstieg für alle, die bisher selten oder noch nie Nachthimmelsspaziergänge unternommen haben.

Veranstaltungen im Sternenpark Rhön: (Die Führungen im hessischen Teil der Rhön sind ausgebucht) Am Sonntag, 3. Oktober startet um 6 Uhr die astronomische Morgenführung an der Thüringer Hütte, Rother Kuppe 3, 97647 Hausen. Eine Anmeldung ist erforderlich - per Mail und mit Angabe der Teilnehmerzahl unter Info-Theke@nbr-rhoen.de oder per Telefon unter 09774/ 910 260. Beitrag: Veranstalter: Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V.

Am Sonntag, 10.Oktober, um 6 Uhr findet die Astronomische Sonnenaufgangsführung mit Sternen auf der Langen Rhön statt. Treffpunkt: Mühlbach, Kurhausstraße, gegenüber katholische Pfarramt, 97616 Bad Neustadt an der Saale nur bei trockenem Wetter. Anmeldung ist erforderlich - per Mail und mit Angabe der Teilnehmerzahl unter Info-Theke@nbr-rhoen.de oder per Telefon unter 09774/ 910 260. Am Sonntag, 17.Oktober, um 6 Uhr findet eine Astronomische Morgenführung auf der Langen Rhön statt. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz Schornhecke, Franzosenweg, 97656 Oberelsbach. Anmeldung online unter: https://verein-sternenpark-rhoen.de/oeffentliche-fuehrungen/

Die Führung kann nur bei trockenem Wetter stattfinden, heißt es in der Pressemitteilung. Wer angemeldet ist, wird gebeten, am Tag der Führung seine E-Mails wegen entsprechender Information vom Sternenpark Rhön (biosphaerenreservat-rhoen.de) zu überprüfen.