Es bleibt schwierig mit dem neuen Feuerwehrhaus in Volkers, auch wegen der hohen Kosten. 1,64 Millionen Euro kostet das Projekt nach Berechnungen des Architekturbüros Richter nun. Im Stadtrat gab es nach der Vorstellung der Pläne erneut Diskussionen. Aber die Räte kamen ein Stück weiter.

Die veranschlagten Kosten für das Bauprojekt am Breitenbacher Weg schwankten zuletzt kräftig. Im September 2019 war von 1,4 Millionen Euro die Rede; nachdem Architekt Stefan Richter nach Einsparungen gesucht hatte, lagen sie im November vergangenen Jahres rund 300 000 Euro darunter.

Nun präsentierte Richter eine Detailplanung, die mit knapp 1,64 Millionen Euro die bisher teuerste ist. Sie beinhaltet neben Abriss und Neubau des Feuerwehrhauses auch das Herrichten des Grundstücks.

Der Architekt hat einem Stahlleichtbau gegenüber einem massiven Bau aus Stein den Vorzug gegeben. Ersterer sei 30 000 Euro billiger. Das Stahlgerippe wird auf einer massiven Bodenplatte errichtet und mit fertigen Blechkassetten verkleidet. Es sei "einfach und dauerhaft praktikabel gehalten", eine "Nutzung über Jahrzehnte möglich". Die Wärmedämmung sei die gleiche wie bei einem Massivbau.

Das Gebäude besteht aus einer Fahrzeughalle mit Stellplätzen für zwei Feuerwehrautos (auch wenn die Volkerser Wehr derzeit nur eins hat). Der etwas niedriger gehaltene Sozialtrakt umfasst einen Lagerraum, einen großen Umkleidebereich, Besprechungs- und Schulungsraum, ein Büro für den Kommandanten und natürlich Sanitärräume. In der Umkleide sind die Bereiche für Männer und Frauen durch Spinte und eine Trennwand getrennt. Das Gebäude wird eine kleine Teeküche beinhalten.

Die Heizung erfolgt über eine strombetriebene Luftwärmepumpe. Im Gebäude wird einfachster Beleuchtungsstandard verbaut, natürlich mit LED, um Energie zu sparen.

Der Außenbereich umfasst neben einer Übungsfläche von 300 Quadratmetern auch zwölf Parkplätze, dazu einer für Menschen mit Behinderung. Der Eingangsbereich des Feuerwehrhauses soll als Terrasse ausgebildet werden, für das Vereinsleben. Auf dem Gelände steht dann ach ein Übungshydrant. Einen Schlauchturm soll es nicht geben; die Schläuche werden andernortsgetrocknet.

Der Neubau des Feuerwehrhauses wird 1,3 Millionen Euro umfassen, der Abriss des alten Gebäudes etwas mehr als 290 000 Euro, die Anpassung der Außenanlagen am Kindergarten 49 000 Euro. Wobei die Abrisskosten auch das Herrichten des Baugrundes umfassen. Der dürfte recht teuer kommen.

Wie Freianlagenplanerin Marion Ledermann aus Mellrichstadt ausführte, sind die bestehenden Asphaltflächen mit krebserregenden Stoffen durchsetzt. Material, das auf einer Sonderdeponie wie der in Wirmsthal fachgerecht entsorgt werden muss. Das kostet laut Richter knapp 30000 Euro.

Die Belastung zieht sich bis in den unter dem Asphalt liegenden Schotter und den Untergrund. Anders als der Asphalt können diese geringer belasteten Schichten vor Ort verbleiben.

Bevor neu gebaut wird, muss das nach hinten abfallende Gelände aufgefüllt werden. Es entsteht ein Gefälle zum benachbarten Kindergarten von sechs Prozent. Dieses soll durch zwölf Stufen überbrückt werden.

Die Erschließung sowohl des Feuerwehrhauses als auch des Kindergartens erfolgt über eine gemeinsame Einfahrt, die sich aber bald zu den einzelnen Gebäuden verzweigt.

Stadtrat Dirk Stumpe (PWG) fragte, "ob wir uns das Feuerwehrhaus aus dem Haushalt leisten können, ohne andere Projekte zu gefährden". Er gab zu bedenken, dass durch die Corona-Pandemie mit einem Einbruch vor allem der Gewerbesteuer im städtischen Haushalt zu rechnen sei.

Stumpe zweifelte erneut an, ob das vorgesehene Grundstück das Richtige sei, angesichts der hohen Kosten. Kurz sprach er das Modell an, dass ein Privatunternehmer das Haus baut und die Stadt es über 30 Jahre mietet.

Die Reaktion von Bürgermeister Jochen Vogel (CSU): "Die Frage 'Können wir uns das leisten?' ist falsch gestellt. Die Feuerwehr ist eine kommunale Pflichtaufgabe. Das können wir nicht wegdiskutieren." Auch Jürgen Pfister (PWG) unterstrich die vorrangige Bedeutung des Volkerser Feuerwehrhauses.

Architekt Richter machte etwas Hoffnung, dass in der Ausschreibung die Angebote der Firmen günstiger als berechnet ausfallen. Einige kalkulierten wegen Corona vorsichtiger, um sich Aufträge zu sichern.

Dieses Jahr 300 000 Euro

Im städtischen Haushalt sind nach Angaben der Kämmerei für das Feuerwehrhaus in diesem Jahr 300 000 Euro eingestellt; für nächstes Jahr 570 000 Euro. Im Jahr 2019 waren es bereits 150 000 Euro.

Claudio Kleinhans (PWG) regte an, statt einer einfachen Schließanlage eine Transponderlösung einzubauen. So könne man einen Chip für die Feuerwehren in Bad Brückenau Mitte und Volkers verwenden. Die Kosten werden geprüft; sie liegen wohl bei 2000 bis 3000 Euro.

Auch fragte Kleinhans nach Möglichkeiten, die Fahrzeughalle zu erweitern. Das für den Fall, das bei Volkers ein Gewerbegebiet komme, das die örtliche Wehr mitabdecken müsste. Richter sieht eine Erweiterung um maximal einen Stellplatz. Bürgermeister Vogel relativierte, dass dann wohl eher die Brückenauer Wehr mit ihrer besseren Ausstattung zuständig wäre.

Am Ende stimmte der Stadtrat der Detailplanung des Büros Richter erstaunlich geschlossen zu. Nun werden die Unterlagen für die leider nicht üppige Förderung zusammengestellt und dann der Bauantrag eingereicht. Richter hofft auf einen Baubeginn 2021.