In den Senioren- und Pflegeheimen in und um Bad Brückenau schreiten die Corona-Impfungen voran. Die Redaktion hat bei einzelnen Einrichtungen angefragt und wollte unter anderem wissen, wieviel Prozent der Bewohner und des Personals bereits geimpft wurden.

Seniorenheim Sinntal: Im Bad Brückenauer Seniorenheim Sinntal leben aktuell 28 Menschen. 90 Prozent der Bewohner haben bereits die erste sowie die zweite Corona-Impfung erhalten, wie das Seniorenheim auf Anfrage mitteilt. Was das Personal betrifft, seien 40 Prozent ebenfalls bereits zum zweiten Mal geimpft. Die Organisation der Impfungen sei "absolut problemlos und zügig" gelaufen. Seit Beginn der Pandemie gab es im Seniorenheim Sinntal nach eigenen Angaben noch keinen Corona-Fall - weder bei den Bewohnern noch bei den Angestellten.

Seniorenzentrum Waldenfels: Das Seniorenzentrum Waldenfels in Bad Brückenau zählt aktuell 75 Bewohner. Von diesen haben 92 Prozent die erste und 89 Prozent die zweite Impfung erhalten, wie Heimleiterin Sibel Linz auf Anfrage berichtet. Beim Personal seien 67 Prozent bereits zweimal gegen Corona geimpft worden. "Es ist aber zu erwähnen, dass Mitarbeiter und Bewohner, die bereits eine Infektion hatten, nicht geimpft werden durften, sonst wäre die Beteiligung noch höher gewesen", erklärt Linz (mehr dazu siehe Infokasten). Die Organisation der Impfungen sei mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden, berichtet Linz weiterhin. Vor Ort seien "sehr hilfsbereite und freundliche Impfteams" im Einsatz gewesen. Seit Beginn der Pandemie seien im April 2020 zwei Mitarbeiter und im Dezember 2020 15 Bewohner sowie sechs Mitarbeiter mit dem Virus infiziert gewesen. Zwei Bewohner sind in Verbindung mit Corona gestorben (wir berichteten).

Willy-Brandt-Haus: 98 Menschen leben im Bad Brückenauer Willy-Brandt-Haus, einer Einrichtung des AWO Bezirksverbands Unterfranken. Mit 49 Prozent hat dort rund die Hälfte der Bewohner bereits die zweite Corona-Impfung erhalten, wie Margot Trenz, die Leiterin der Einrichtung, auf Anfrage erklärt. Weitere 23 Prozent der Bewohner hätten die Erst-Impfung hinter sich. In dieser Woche würden auch sie ihre zweite Impfung erhalten. Laut Trenz sind zudem 46 Prozent des Personals bereits zweimal gegen das Virus geimpft worden. Der Ablauf der Impfungen sei völlig reibungslos gewesen, berichtet die Einrichtungsleiterin. "Der Austausch mit dem Gesundheitsamt und den Ärzten im Vorfeld hat sehr gut geklappt." Im Haus gebe es aktuell kein Infektionsgeschehen. Im Januar sei ein Bewohner positiv auf Corona getestet worden. Dieser sei inzwischen aber symptomfrei und auch negativ getestet.

Pflegeheim Schloss Römershag: Im Pflegeheim Schloss Römershag leben nach Auskunft der Verwaltung "bis zu 91 Heimbewohner und sechs Bewohner einer Betreuten Wohngemeinschaft". Circa 95 Prozent der Heimbewohner seien zum zweiten Mal geimpft worden. Über die Anzahl der geimpften Mitarbeiter lägen noch keine genauen Zahlen vor. "Erkennbar ist jedoch, dass wir auch hier im Vergleich zu anderen Einrichtungen im Trend liegen", heißt es. Dank der internen Planung und der "hervorragenden Zusammenarbeit mit den Teams des Gesundheitsamts verlief die Organisation reibungslos". Das Pflegeheim sei bislang von Corona-Fällen verschont geblieben.

Seniorenheim Haus Rafael: 40 Menschen leben aktuell im Seniorenheim Haus Rafael in Zeitlofs. Alle 40 Bewohner seien bereits zum zweiten Mal gegen Corona geimpft, berichtet Einrichtungsleiterin Barbara Lankocz. Auch das Personal sei bereits mit der zweiten Impfung durch. Die Organisation sei reibungslos verlaufen und die Impfungen von den meisten gut vertragen worden. Lediglich beim Personal hätten zwei Mitarbeiter Impfreaktionen gezeigt. Corona-Fälle gab es im Haus Rafael seit Beginn der Pandemie keine, wie die Leiterin erklärt.

Kurstift Bad Brückenau: Das Bad Brückenauer Kurstift teilte mit, dass keine Stellungnahme zur Anfrage der Redaktion abgegeben werde. Drei Bewohner des Kurstifts starben in Verbindung mit Corona (wir berichteten).

Warum ehemals Corona-Infizierte vorerst nicht geimpft werden

Personen, die sich bereits mit Corona infiziert hatten, werden aktuell nicht geimpft. Wie das Landratsamt erklärt, geht diese Entscheidung auf eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zurück. Das Amt verweist dabei auf eine Erklärung des Robert-Koch-Instituts (RKI). "Es ist davon auszugehen, dass Personen, die von einer SARS-CoV-2-Infektion oder COVID-19 genesen sind, zumindest vorübergehend über einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung verfügen", heißt es dort.

"Aufgrund dieser anzunehmenden Immunität nach durchgemachter Infektion, zur Vermeidung überschießender Nebenwirkungen und in Anbetracht des bestehenden Impfstoffmangels sollten ehemals an COVID-19 erkrankte Personen nach Ansicht der STIKO unter Berücksichtigung der Priorisierung im Regelfall etwa sechs Monate nach Genesung geimpft werden", erklärt das RKI auf seiner Website weiter.