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Staatsbad Brückenau
Wirtschaft

Bad Brückenauer: Aktionäre sind zufrieden

Zwei Euro Dividende erhalten Anleger der Staatlichen Mineralbrunnen AG. Für das laufende Jahr schraubt der Vorstand Erwartungen aber herunter.
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Tobias Windberg am "Abschrauber": Diese Maschine entfernt die Verschlüsse vom Leergut, das anschließend gewaschen wird. Foto: Ulrike Müller
Tobias Windberg am "Abschrauber": Diese Maschine entfernt die Verschlüsse vom Leergut, das anschließend gewaschen wird. Foto: Ulrike Müller

Der Vorstand hatte es schon im vergangenen Jahr angekündigt. Im Frühjahr erhöhte die Staatliche Mineralbrunnen AG die Preise, um Preissteigerungen beim Einkauf und im Logistikbereich zu kompensieren. Im Durchschnitt zwei Cent mehr pro Flasche kosten das Bad Brückenauer Wasser und andere Produkte nun, sagt Vorstand Ingo Vialon. Wie viel davon die Großhändler an die Kunden weitergeben, variiere.

Die Aktionäre kümmert diese Erhöhung nicht. Sie sind fast ausnahmslos zufrieden mit den Geschäftszahlen des zurückliegenden Jahres (siehe weiter unten). Ein Privatanleger wollte wissen, wie viel an der "Staatlichen Mineralbrunnen AG" denn noch staatlich sei. Im Prinzip nur noch der Name, antwortete Manfred Karl, ebenfalls Vorstand. Ein anderer erkundigte sich nach dem Rückgang der Lohnabfüllungen. Für Sinalco fülle die AG in Oberleichtersbach ab. Der Betrieb in Siegsdorf bediene Fritz-Kola und einen weiteren Kunden, ergänzte Karl. Dort hatte es einen deutlichen Rückgang gegeben.

Mehr Mitarbeiter eingestellt

Aktionärsvertreter Dieter Tassler hakte kritischer nach, wenn er auch grundsätzlich sehr zufrieden mit den Zahlen war: "Das sieht alles gut aus." Das Ergebnis stagniere, obgleich es im vergangenen Jahr ein hohes Umsatzplus gegeben habe, stellte er fest. Daher erkundigte er sich nach den wesentlichen Positionen, für die das Unternehmen Geld zurückgelegt habe.

Die Kosten für Material seien um fast eine Million Euro angestiegen, erklärte Karl. Ein weiteres Problem sei die Leergutknappheit. Das führe dazu, dass nur eine kleinere Menge an Flaschen befüllt werden könne, was teurer sei. Auch der Personalaufwand habe sich erhöht, ergänzte er. Das habe mit Neueinstellungen und einer Gehaltserhöhung Anfang Mai für alle Mitarbeiter zu tun.

Die Zahl der Beschäftigten hatte sich im Vergleich zum Jahr 2017 von 76 auf 81 an beiden Standorten erhöht. Mehrfach sprachen sowohl der Vorstand als auch die Aktionärsvertreter den Mitarbeitern ihren Dank für deren Leistung aus. Für das laufende Geschäftsjahr dämpfte Vialon allerdings allzu zu hohe Erwartungen. Er rechne nicht mit weiteren Zuwächsen, "da wetterbedingte Absatzspitzen, anders als noch im letzten Geschäftsjahr, bisher ausgeblieben sind", sagte Vialon.

Aus dem Geschäftsbericht 2018

Die Aktionäre erhalten zum vierten Mal in Folge zwei Euro pro Aktie. Der Aktienkurs zog in den vergangenen Monaten an und liegt im Moment bei 145 Euro pro Aktie.

Das Eigenkapital stieg leicht an: von 14,816 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2017 auf 14,821 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Die Eigenkapitalquote sank dagegen unwesentlich von 70,7 auf 70,5 Prozent.

Die Flaschen werden in Oberleichtersbach und in Siegsdorf befüllt. Insgesamt zählten die Betriebe 124 Millionen Füllungen, das sind rund 3,3 Millionen Flaschen mehr als im Vorjahr. 99,2 Millionen Füllungen betrafen eigene Produkte, etwa 24,8 Millionen wurden für Kunden abgefüllt. Der Absatz eigener Marken zog kräftig an. Bei den Lohnabfüllungen gab es einen Rückgang um 17,9 Prozent.

Der Gewinn bewegt sich mit rund 2,2 Millionen Euro auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr.

Die Schulden unterschritten die Eine-Million-Euro-Grenze. Ende 2018 hatte die Staatliche Mineralbrunnen AG nur noch rund 970.000 Euro gegenüber Kreditinstituten zurückzuzahlen.

Der Umsatz lag insgesamt bei rund 22,3 Millionen Euro. Das entspricht einem Umsatzplus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei steht der Abfüllbetrieb in Oberleichtersbach sehr gut da. Der Standort in Siegsdorf hatte dagegen mit einem Rückgang der Lohnabfüllungen zu kämpfen.