Wenn der Schweiß richtig rinnt, dann sind es gute Zeiten für den Staatliche Mineralbrunnen: Die Leute trinken mehr Wasser, und auch mehr Bad Brückenauer Wasser, was Ingo Vialon naturgemäß besonders freut. Der Vorstandsvorsitzende stellte bei der Aktionärsversammlung am Mittwoch die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor.

Ein deutliches Plus - sowohl bei den Füllungen als auch beim Umsatz - sind ein durchaus respektables Ergebnis. Dennoch sagte Vialon: "2017 war trotz steigender Absätze sicherlich ein schwieriges Geschäftsjahr, weil hohe Investitionen in Technik und Gebinde sowie steigende Kosten im Materialbereich das Ergebnis belastet haben."


Einbruch bei Lohnabfüllungen

In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres ist bereits ein Absatzplus von 6,8 Prozent zu verzeichnen. Hier spiegelt sich der ungewöhnlich warme Frühling wider. Allerdings gibt es bei den Lohnabfüllungen - also die Flaschen, die das Unternehmen im Auftrag anderer füllt - ein Minus von 25 Prozent. "Die Rückgänge bei der Lohnabfüllung betreffen ausschließlich den Standort Siegsdorf", stellt Vialon auf Nachfrage klar.

In der Aussprache gab es nur wenige Meldungen. Markus Staubach wollte wissen, ob sich der Rückgang der Lohnabfüllungen auf die Mitarbeiter auswirke. Vorstandsmitglied Manfred Karl bezeichnete die Mitarbeiterentwicklung an beiden Standorten als "äußerst stabil". Produktionsverfahren würden immer komplizierter und Fachkräfte fehlten, so dass das Unternehmen seine Mitarbeiter auch in schweren Zeiten halten wolle.


"Einkaufskrieg" bei Kohlensäure

Ein weiterer Aktionär erkundigte sich, ob die Lkw-Maut die Vertriebskosten in die Höhe treibe. Darauf sagte Karl, dass diese Kosten bereits länger bekannt seien. Kopfzerbrechen bereite eher der "Einkaufskrieg". Beim Zucker habe sich die Lage mittlerweile entspannt, dafür sei momentan Kohlensäure sehr schwer zu bekommen. "Das wird zu einer Preiserhöhung führen müssen, nicht nur bei uns", sagte Karl.

Übrigens, die ehemalige Produktionshalle im Staatsbad wird noch immer genutzt, und zwar als Lager für Material und zur Speicherung des Quellwassers. Ein Teil der Halle sei ebenfalls für Lagerzwecke an eine andere große Firma der Region vermietet worden, erklärt Vialon.


Aus dem Geschäftsbericht 2017:

Dividende Die Aktionäre werden wieder am Gewinn beteiligt: Es gibt zwei Euro pro Aktie - zum dritten Mal in Folge.

Eigenkapital Ende 2017 betrug das Eigenkapital rund 14, 8 Millionen Euro. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 70,7 Prozent.

Füllungen Insgesamt erreichte die Staatliche Mineralbrunnen AG im Jahr 2017 an beiden Standorten in Bad Brückenau und Siegsdorf 120,7 Millionen Füllungen. Dabei wurden 90,4 Millionen Flaschen mit eigenen Produkten gefüllt, dazu kommen 30,3 Millionen Lohnabfüllungen für andere Kunden. Im Vorjahr waren es nur 109,9 Millionen Füllungen - 85,7 Millionen mit eigenen Produkten und 24,2 Millionen Lohnabfüllungen.

Gewinn Im Geschäftsjahr 2017 fuhr die Staatliche Mineralbrunnen AG einen Gewinn von rund 2,2 Millionen Euro ein. Der Wert liegt ähnlich hoch wie im Vorjahr 2016, ist also stabil.

Schulden 411.000 Euro zahlte das Unternehmen im vergangenen Jahr zurück, so dass aktuell noch Verbindlichkeiten in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro
bestehen.

Umsatz 21,8 Millionen Euro Umsatz wurden im Jahr 2017 an den Standorten in Bad Brückenau und Siegsdorf erbracht. Das entspricht einer Steigerung um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings hatte das Unternehmen im Jahr 2016 ein Minus von elf Prozent eingefahren, so dass lediglich wieder Boden gut gemacht worden ist.