An Leihgeräten für die Schüler mangelt es aktuell an keiner der vier Bad Brückenauer Schulen. Alle Schulen haben aufgerüstet und verleihen die Geräte an Familien, die kein Endgerät für die Kinder zur Verfügung stellen können.

Den Nutzen für den Distanzunterricht stellt Barbara Buz, Rektorin der Grundschule, besonders in den jüngeren Jahrgangsstufen allerdings in Frage. "Digitaler Unterricht ist an der Grundschule nicht so einfach", erklärt Rektorin Barbara Buz und verweist auf die kurze Konzentrationsspanne der Kinder. 20 Leihgeräte stünden zwar zur Verfügung, allerdings seien diese von Elternseite nicht nachgefragt.

In erster Linie erhielten die Schüler Wochenpläne und Materialien über eine Online-Plattform zum Ausdrucken, sie würden "hauptsächlich analog versorgt", sagt Buz. Am Ende jeder Woche würden die Arbeitsblätter in der Schule eingesammelt und von den Lehrern korrigiert. "In manchen Klassen finden zusätzlich Videomeetings statt", fügt die Rektorin hinzu.

Neue Ausstattung

Anders sieht es in der Mittelschule aus. "Von den 40 Leihgeräten ist ein Großteil ausgeliehen und wir bekommen jeden Tag neue Anfragen von Eltern", sagt Marco Genzler, stellvertretender Schulleiter. Die Schüler erhalten zusätzlich die Möglichkeit, das Programm Office 365 mit Videokonferenzfunktion für fünf Euro zu kaufen. Über dieses Programm findet je nach Fach und Lehrkraft Online-Unterricht nach Stundenplan statt, so der stellvertretende Schulleiter.

Im vergangenen Jahr wurde die Schule im Rahmen der Generalsanierung mit neuen, digitalen Geräten ausgestattet. Die modernen Tafeln und Lehrerarbeitsplätze könnten aber nur im Wechselunterricht mit Streaming-Angeboten für die Kinder zuhause voll ausgenutzt werden. Aktuell arbeiten die Lehrkräfte hingegen von zuhause aus.

Mebis funktioniert

Sollte bald Wechselunterricht stattfinden, dann verfügt die Mittelschule ab sofort über eine schnelle Internetverbindung: Die Downloadgeschwindigkeit betrage bis zu 1000 Megabit pro Sekunde, erklärt Michael Worschech, Geschäftsleiter der Stadtverwaltung. Der Glasfaseranschluss dazu sei in der vergangenen Woche in Betrieb genommen worden, fügt er hinzu. Das geschieht gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn "ohne Glasfaseranschluss nutzt auch die modernste Ausstattung nichts", gibt Konrektor Genzler zu bedenken.

Im benachbarten Franz-Miltenberger-Gymnasium arbeiten die Lehrkräfte einerseits mit der Lernplattform Mebis, andererseits mit einem Videotool für den Online-Unterricht. "Die Kommunikation läuft viel besser als im ersten Lockdown" sagt Schulleiter Stefan Bub. Ähnlich geht es in der Realschule. Auch dort übernimmt Mebis eine zentrale Rolle. Daneben bieten Lehrkräfte synchronen Unterricht über Videotools an.

Priorität schnelles Internet

Seit Herbst vergangenen Jahres liegt ein Glasfaseranschluss im Schulzentrum. Während Gymnasium und Mittelschule davon profitieren, wenn der Unterricht wieder startet, dauert es in der Realschule wohl noch etwas länger. Als Grund dafür nennt die Pressestelle des Landkreises unterschiedliche Kündigungsfristen der bisherigen Internetanbieter.

"Aus wirtschaftlichen Erwägungen werden die Anschlüsse nicht parallel betrieben, deshalb wird der neue Tarif erst ab März 2021 gebucht", schreibt Pressesprecherin Nathalie Bachmann. Da sich allerdings die politischen Entscheidungen dahingehend verändert haben, dass es auf Wechselunterricht und Lehrerpräsenz hinausläuft, wurde der Landkreis tätig. Eine Anfrage beim Provider auf vorzeitige Buchung soll den Prozess für die Realschule nun beschleunigen.

Apropos: In der Grundschule gibt es keinen Glasfaseranschluss. "Für die aktuellen Anforderungen ist die Bandbreite mittels Supervectoring völlig ausreichend", heißt es dazu aus der Stadtverwaltung.

Es sei aber angedacht, auch die Grundschule mittels Glasfaser zu erschließen.