Es ist kein schöner Anblick, der sich Einheimischen und Gästen zur Zeit in der Bad Brückenauer Fußgängerzone bietet. Eine brach liegende Baustelle erstreckt sich zwischen dem Eine Welt-Laden und dem Fahrradgeschäft. Wenn Wind geht, zieht Staub zur benachbarten Eisdiele hinüber. Der Bauzaun versperrt einen Teil des Fußweges. Besonders für Menschen mit Rollatoren ist das ärgerlich. Sie müssen über das holperige Pflaster ausweichen.

Den Abbruch leistete die Firma Wende Erdbau aus Fulda. Anfang August gab Geschäftsführer Matthias Klement bautechnische Gründe für die Verzögerung an. Dass es eine gemeinsame Wand zwischen der ehemaligen Druckerei und dem Nachbarhaus gebe, sei nicht bekannt gewesen. Deshalb lasse die Bauherrin die Pläne überarbeiten. Inzwischen zeigt sich Klement auf Nachfrage der Zeitung ratlos.

Die Eigentümerin schweigt

Das Landratsamt Bad Kissingen ist bei dem Bauprojekt eingebunden. Der Baubeginn sei zum 15. November angemeldet worden, teilt die Pressestelle mit. Anfang Mai habe ein Vertreter des Landratsamts die Baustelle begutachtet, die freilich damals noch keine Baustelle war. Erst Ende Mai starteten die Abbrucharbeiten. "Weitere Informationen liegen dem Landratsamt nicht vor", kann Pressesprecher Burkard Lamer ebenfalls nicht erklären, warum sich die Arbeiten hinziehen.

Der Redaktion gelingt es schließlich, die Eigentümerin aus dem Raum Nürnberg ans Telefon zu bekommen. Sie möchte sich zur Baustelle allerdings nicht äußern und verweist auf die Regierung von Unterfranken. Es handelt sich um sozialen Wohnungsbau, gibt Johannes Hardenacke, Pressesprecher der Regierung, Auskunft. Der Förderantrag sei bereits Anfang Mai eingereicht und Ende Juli aktualisiert worden. Die baufachliche Prüfung sei positiv ausgefallen, sagt er.

Allerdings seien für eine abschließende Bewilligung der Fördermittel noch Details der Finanzierung in Abstimmung mit der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt zu klären. Er gehe aber davon aus, "dass das Verfahren zügig abgeschlossen werden wird", sobald diese offenen Fragen geklärt sind, sagt Hardenacke.

Geplant ist der Bau eines Geschäfts- und Wohnhauses mit insgesamt neun Wohnungen. Der Stadtrat hatte im Dezember den Plänen zugestimmt. Die damalige Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) äußerte sich damals sehr erfreut darüber, dass moderner Wohnraum in der Stadt geschaffen werde.