116 Zentimeter, höher reicht das Wasser an der Messlatte am Sinnweg nicht. "Ich bin schon seit mehr als 20 Jahren im Fischereiverein, aber so wenig Wasser hatten wir noch nie in der Sinn", sagt Armin Sauermann, der Vorsitzende. Längst hätten sich die Fische in tiefere Stellen zurückgezogen. "Es müsste dringend, dringend regnen", stellt Sauermann fest. Gerade in der oberen und mittleren Sinn sei die Lage zumindest angespannt. "Noch gibt es kein Fischsterben, "aber wir sind auf der Hut", sagt er.

Für die Gärtner im Staatsbad entspannt sich die Situation dagegen, endlich. Die Bäume und Sträucher, die im Frühjahr gepflanzt wurden, werden bis in den Herbst hinein gegossen, damit sie, kaum angewachsen, nicht gleich wieder vertrocknen. Der schmucke Schlosspark hat die Hitzemonate offensichtlich gut überstanden. "Unsere Bewässerungsanlage hat sich bewährt", sagt Robert Hildmann, Leiter der Kurgärtnerei. Etwa 100 Kubikmeter Wasser stehen ihm pro Tag zur Verfügung. Es stammt aus eigenen Quellen. "Aus der Sinn nehmen wir nichts", betont Hildmann.

Margarethenquelle reagiert auf lange Trockenheit

Obstbauer Jochen Müller aus Modlos hat in diesem Jahr einen Wasserspeicher gebaut. Er fasst etwa 8000 Kubikmeter und speist die Tröpfchenbewässerung auf den Feldern. "Es müsste regnen über den Winter", sagt Müller, damit der Speicher voll wird. Seit Juni sei das Becken fertig, aber leer. Das bisschen Regen, das seitdem gefallen ist, hat er längst verbraucht.

Ein guter Indikator für die Trockenheit ist auch die Margarethenquelle in Detter. Nur vier Meter reicht ihr Schacht in die Erde, das Wasser kommt direkt aus dem Fels. "Kein Notstand, aber die Pegelstände sind ziemlich niedrig", sagt Wasserwart Matthias Hauke. Er hat die Anlage so eingestellt, dass die Quelle immer wieder Ruhephasen hat. Einen Sommer zuvor hatte er die Entnahme sogar gedrosselt. Dennoch, "ein Winter mit viel Regen gleicht fünf bis sechs trockene Jahre nicht aus."