Ein bisschen erinnert die konstituierende Sitzung des Stadtrats an die Schule. Jeder sitzt an seinem eigenen Tisch - acht erfahrene Räte und zwölf neue Gesichter; insgesamt sieben Frauen sind dabei. Fast 30 Zuschauer hören zu, die meisten tragen einen Mund- und Nasenschutz.

Jochen Vogel (CSU) begrüßt den Stadtrat. Er spricht über die Corona-Krise. "Ich würde mich freuen, wenn wir diese verantwortungsvolle Aufgabe als Team bewältigen", sagt er. Dann vereidigt der älteste der Stadträte, Emanuel Fritschka (PWG), den neuen Bürgermeister. Dieser nimmt wiederum den neu gewählten Stadträten den Eid ab.

Überraschungskandidat scheitert

Die Wahl des 2. Bürgermeisters verläuft reibungslos. Mit 19:2 Stimmen wird Jürgen Pfister (PWG) wiedergewählt, wobei Dirk Stumpe (PWG) und Karin Ott (CSU) jeweils eine Stimme erhielten. Es war Pfisters ausdrücklicher Wunsch, diese Funktion weiterhin ausüben zu dürfen. Er nimmt die Wahl an und dankt für das Vertrauen.

Auch 3. Bürgermeister Dieter Seban (CSU) stellt sich erneut der Abstimmung. Überraschend schickt die SPD mit Ralf Keßler einen weiteren Kandidaten ins Rennen. "Wir wollen Veränderung. Wir spüren as auch in der Resonanz der Bevölkerung", erklärt dieser seine Beweggründe. Mit 15:6 Stimmen entscheidet sich der Stadtrat jedoch für die bewährte Konstellation. Auch Seban nimmt die Wahl an.

Höchstsatz hinterfragt

Anschließend besetzt der Rat die Referate (Auflistung weiter unten). Zwölf waren es zuvor, jetzt sind es 18. Offensichtlich haben sich die Fraktionen vorher abgesprochen. Einzig Adelheid Zimmermann (FB/FDP) blieb da wohl außen vor. Sie meldet sich selbst für einen der letzten Posten.

Zuletzt spricht der Rat über die Dienstaufwandsentschädigung für die drei Bürgermeister. Vogel würde mit 798 Euro den Höchstsatz bekommen. Monika Wiesner und Franziska Kaul (beide CSU) hinterfragen das angesichts der knappen Kassen. Weil der Bürgermeister dabei aber ein Wort mitzureden hat, wird der Punkt vertagt.

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Punkt für Punkt aus dem Stadtrat

Fraktionssprecher Für die CSU Heribert Übelacker, Stellvertreterin ist Monika Wiesner; für die PWG Dirk Stumpe, Stellvertreter ist Jonathan Kirchner; für die SPD Florian Wildenauer, Stellvertreter ist David Fronczek; für die Grünen Hartmut Bös, Stellvertreterin ist Eva Reichert Nelkenstock; für Freie Bürger/ FDP Adelheid Zimmermann

Ortssprecher Dieter Seban (CSU) bleibt Ortssprecher von Römershag. Zum Stellvertreter wurde David Fronczek (SPD) gewählt. Karin Ott (CSU) wird neue Ortssprecherin vom Staatsbad. Heike Kötzner (CSU) bleibt Ortssprecherin von Volkers. Für den Ortsteil Wernarz wird Eva Reichert-Nelkenstock (Grüne) die Bürger vertreten.

Referenten Kultur: Karin Ott (CSU), Familie und Soziales: Franziska Kaul (CSU), Jugend: Kaul, Kindergärten: Florian Wildenauer (SPD), Friedhöfe: Ralf Keßler (SPD), Stadtwald: Robert Eder (PWG), Außen- und Innenmarketing (ehemals Tourismus): Jonathan Kirchner (PWG), Schulen und Spielplätze: Heike Greenberg-Kremser (PWG), Natur und Umwelt: Eva Reichert-Nelkenstock (Grüne), Gesundheitswesen: Emanuel Fritschka (PWG), Stadtentwicklung: Dirk Stumpe (PWG) und stellvertretend Reichert-Nelkenstock, Senioren: Heribert Übelacker (CSU), Vereine und Einzelhandel: Monika Wiesner (CSU), Digitales und Wirtschaft: Hartmut Bös (Grüne), Feuerwehr, Luft- und Zivilschutz: Claudio Kleinhans (PWG) und als Stellvertreter Tom Kötzner (CSU), Bauhof: Keßler, Verkehr: Adelheid Zimmermann (FB/FDP), Sport: David Fronczek (SPD)

Standesamt Zu Standesbeamten wurden bestellt: Jochen Vogel für Bad Brückenau; Katja Habersack und Ute Becker für Motten; Gerd Kleinhenz, Herbert Nowak und Wolfgang Illek für den Markt Wildflecken.