Seit Anfang Juni beherbergt die neu eröffnete Limes Schlossklinik Fürstenhof im Staatsbad Patienten überwiegend mit Stressfolgeerkrankungen. "Die teuersten Suiten sind bereits ausgebucht", sagt Gert Frank, Geschäftsführer der Limes Schlosskliniken, beim Rundgang. Im Juli sollen es bereits 20 Patienten sein, die sich in therapeutische Behandlung begeben. Neben Therapieräumen im Fürstenhof bietet die Privatklinik Behandlungsmöglichkeiten für die Patienten im nahe gelegenen Elisabethenhof an.

Die insgesamt 55 Patientenzimmer im linken Flügel des Schlosshotels vermitteln nicht den Eindruck einer Klinik, vielmehr besitzen sie Hotelcharakter, sind farblich sorgfältig abgestimmt auf das königliche Ambiente. Hier und da sieht der aufmerksame Besucher Details, die auf die historische Umgebung im Staatsbad anspielen: Eine Tapete in einem Patientenzimmer zeigt die König-Ludwig Eiche, an manchen Wänden hängen Bilder von der Geliebten des Königs, Lola Montez.

Kunst in der Klinik

"Die Patienten sollen sich bei uns wohlfühlen", sagt der Geschäftsführer und zeigt die großzügige Lobby und das gemütliche Kaminzimmer, das zu tiefgründigen Gesprächen einlädt. Denn neben psychotherapeutischer Behandlung sei die Umwelt besonders wichtig für die Genesung, besagt der Ansatz der Privatklinik, auch "Healing Environment" genannt.

Neben Therapie, Bewegung und Ruhe stellt die Klinik den Patienten einen Künstler an die Seite: Der chilenische Maler und Musiker Alfredo Morino arbeitet seit fünf Jahren für die Klinikgruppe, zuletzt in der Limes Schlossklinik in Mecklenburg Vorpommern. "Ich biete den Patienten an, ihre Kreativität zu entdecken", sagt Merino. Durch Musik und Malerei und die Beschäftigung mit Farbe "verknüpfen sich Synapsen im Gehirn neu und könnten so weitere Heilungsprozesse anstoßen", fügt er hinzu.

Gute Zusammenarbeit

Die Bauarbeiten und Instandsetzungen an den Gebäuden waren in Vorarbeit zu leisten. Der Verpächter, der Freistaat Bayern, investierte vier Millionen Euro in das denkmalgeschützte Haus. Mitte März kam Corona dazwischen und verzögerte die Eröffnung. "Mitte Mai gab es schließlich die Übergabe, und die Bauarbeiten waren damit erfolgreich beendet", sagt Titus Tesar, stellvertretender Kurdirektor.

Aktuell werde noch die westliche Zufahrt erneuert und einige kleinere Außenarbeiten erledigt. Lobende Worte findet Tesar für den Pächter des Fürstenhofs: "Mit dem neuen Betreiber haben wir eine Klinik gefunden, die perfekt zum Bild des Staatsbads passt."