Es ist früher Abend. Umgefallene Bäume formen bizarre Skulpturen im scheinbar stehenden Wasser. Fliegen und andere Insekten tanzen über die Wasseroberfläche. Fische schwimmen dicht darunter und ergattern sich hin und wieder einen Leckerbissen aus der Luft. Ein Fest der Artenvielfalt, das sieht sogar der Laie auf den ersten Blick, und das nur wenige Meter von einer bekannten Klinik im Staatsbad entfernt an einem Seitenarm der Sinn.

Trotz der großen Trockenheit, die seit Anfang März zum wiederholten Mal im Frühling herrscht, bildet hier ein kleiner Stausee eine ökologische Ausnahme. Die Grundwasserspeicher können sich auffüllen - zumindest aktuell. Und er ist dafür verantwortlich: Der Biber mit seiner Stautätigkeit. "Wir haben vier Reviere zwischen Bad Brückenau und Eckarts, mehr können es hier nicht werden", sagt Robert Hildmann, Biberbetreuer für diesen Abschnitt der Sinn.

Toter Biber

Erst vor wenigen Wochen wurde Hildmann gerufen, um einen toten, etwa zweijährigen Biber auf einer Hauptstraße in Bad Brückenau zu identifizieren. Vor kurzem das gleiche Szenario auf einer viel befahrenen Straße in Wildflecken. Beide waren, "vermutlich auf Wanderschaft und auf der Suche nach einem neuen Revier", sagt Hildmann. Denn sind Jungtiere auf der Suche nach einem eigenen Revier, dann komme es unweigerlich zu Kämpfen mit Artgenossen oder Verkehrsunfälle, die tödlich enden können.