Erwartungsvolle Stille herrschte im kleinen Ratssaal der Gemeinde Geroda, als Alexander Schneider (26, UWG) als jüngster Bürgermeister im Landkreis seine erste Ratssitzung eröffnete. Bevor er allerdings die Sitzungsleitung übernehmen durfte, wurde er vom ältesten und mit 30-jähriger Ratszugehörigkeit zugleich dienstältesten Gemeinderat Fred Hilsdorf (65, FWG) offiziell in seinem Amt vereidigt.

Schneider, der überraschend als Spitzenkandidat seiner erst zur Kommunalwahl gegründeten Unabhängigen Wählergemeinschaft Geroda/ Platz mit über 68 Prozent aller Stimmen zum Bürgermeister gewählt worden war, dankte für das ihm erwiesene Vertrauen. "Wir haben eine Supertruppe und können in den kommenden sechs Jahren viel bewegen", munterte er seine acht Ratskollegen zu harmonischer Zusammenarbeit auf. Seinen besonderen Gruß richtete er an die sechs neu ins Ratsgremium gewählten Gemeinderäte, denen er sogleich den Amtseid abnahm. Außer Schneider, der 2008 erstmals in den Gemeinderat kam, stammen nur noch Fred Hilsdorf und Hans Roth (FWG) aus dem damaligen Gremium.

Mit fachlicher Unterstützung von Alois Dorn, dem Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Bad Brückenau, machte sich der neue Gemeinderat dann an die Abarbeitung der Tagesordnung mit den üblichen Formalien zu Beginn einer jeden Legisla turperiode.

Einstimmig entschied man sich für die Wahl von zwei Bürgermeister-Stellvertretern. Fred Hilsdorf aus Geroda, der den Posten des Zweiten Bürgermeisters bereits seit zwölf Jahren innehatte, kandidierte erneut. Doch auch Steffen Schneider (PWG) meldete seine Bewerbung an.

Taktische Wahl

In geheimer Wahl entschied sich das neunköpfige Ratsgremium schließlich mit fünf Stimmen für Schneider aus Platz. Nur drei Stimmen entfielen auf Hilsdorf, eine Stimme war ungültig. Da schon der Bürgermeister aus Geroda kommt, "wollten wir unbedingt den Zweiten aus Platz", verriet Monika Bienmüller (UWG) die Taktik. Bei der Wahl zum Dritten Bürgermeister war man sich dann wieder einig: Hilsdorf war der einzige Kandidat und bekam alle Stimmen. In den Rechnungsausschuss wurde vereinbarungsgemäß jeweils ein Mitglied der drei im Gemeinderat vertretenen Wählergruppierungen gewählt: Hans Roth für die Freie Wählergemeinschaft Geroda, Ingo Fechner für die Unabhängige Wählergemeinschaft Geroda/ Platz und Steffen Schneider für die Parteilose Wählergemeinschaft Platz, der zugleich den Vorsitz übernehmen wird. Als Vertreter der Marktgemeinde werden der Bürgermeister und wie bisher Fred Hilsdorf in die Verwaltungsgemeinschaft entsandt. Hilsdorfs Stellvertreter ist Ralph Regus. Zu Jugendbeauftragte wurden Ralph Regus (25) und der 49-jährige Thilo Schneider gewählt - "für die jugendlichen Alten". Abschließend bestellte der Gemeinderat seinen Bürgermeister wie üblich zum Standesbeamten für Eheschließungen und Gründungen von Lebenspartnerschaften.

Zuletzt einigte man sich noch auf Mittwoch als regelmäßigen Sitzungstag, die Uhrzeit wurde auf 20 Uhr festgesetzt. Nach nur 45 Minuten schloss der neue Bürgermeister seine erste Ratssitzung. "Es wäre schön, wenn es immer so schnell ginge."