Auch wenn die Daten der aktuellen Kartiersaison noch nicht abschließend ausgewertet sind, lässt sich das länderübergreifende Artenhilfsprojekt "Rotmilan in der Rhön" bereits jetzt als großer Erfolg bewerten. Nach Abschluss der sechsjährigen Projektlaufzeit hat sich die federführende Verwaltungsstelle mit einer kleinen Feier am Umweltbildungshaus Schwarzes Moor bei den beteiligten Ehrenamtlichen bedankt. Die Bedeutung des Projekts wurde auch im Rahmen einer Masterarbeit evaluiert, die bei der Feier vorgestellt wurde, heißt es in einer Pressemitteilung des Biosphärenreservats.

Dass sich so viele Interessierte über einen so langen Zeitraum freiwillig engagiert haben, ist nach Worten von Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, bundesweit einmalig. Bei strahlendem Sonnenschein überreichten die Projektleiterin Heidelinde Witzmann und Torsten Raab den 45 anwesenden Kartiererinnen und Kartierern symbolisch eine Schildkappe mit aufgesticktem Rotmilan - für ihre künftigen Erfassungen. Denn auch wenn das Projekt nun offiziell beendet ist und keine weiteren Fördermittel für landwirtschaftliche Schutzmaßnahmen zur Verfügung stehen, betonten Torsten Raab und Bruno Altrichter, stellvertretender Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld, dass man die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen und die Kartierung des Charaktervogels der Rhön und seiner Brutstandorte fortführen werde.

Mindestens 100 Ehrenamtliche pro Jahr

In jedem Projektjahr hatten mindestens 100 Ehrenamtliche geholfen, eine Fläche von knapp der doppelten Größe des Saarlands zu kartieren und dabei insgesamt pro Saison im Schnitt 2656 Arbeitsstunden geleistet. Knapp die Hälfte von ihnen beteiligte sich durchgängig von Projektbeginn bis -ende. Ebenfalls mehr als die Hälfte ist bereit, sich weiterhin ehrenamtlich an der Kartierung zu beteiligen - das hatte eine eigens für die Kartierer erstellte Umfrage der Studentin Miriam Völkel ergeben, die bei der Abschlussfeier die Ergebnisse ihrer Masterarbeit "Potenziale und Hemmnisse für Bürgerengagement im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön" vorstellte.

Zur Abschlussfeier gehörte auch eine Führung durch das Schwarze Moor. Von Daniel Scheffler, Ranger beim Verein Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön (NBR), und Dr. Tobias Gerlach, zuständig für ökologisches Monitoring bei der Bayerischen Verwaltung, erfuhren die naturkundlich Interessierten nicht nur Spannendes über die Entstehung des Moores und die Tier- und Pflanzenwelt des Biotops. Sie konnten sich zudem selbst ein Bild von dessen Gefährdung infolge der zunehmenden Trockenheit machen.