Der von Kiss- Pad beim Rakoczylauf organisierte Familienstaffel- und Kinderlauf wurde zum sportlichen Familienfest. Die Idee, sich als Familie gemeinsam sportlich zu betätigen, oder zumindest die Kinder bei ihren altersgerechten Rennen anzufeuern, fand wieder ein großes Echo.

Für etwa 500 Freizeitsportler, meist im gemeinsamen Outfit gekleidete junge Familien, war der Dr.-Hans-Weiß-Sportpark nicht nur Treffpunkt. Der Rasen wurde zur Begegnungsstätte, zur Spielwiese. Decken wurden ausgebreitet, letzte Absprachen getroffen, Getränke standen bereit, Startnummern wurden am Trikot befestigt, und zum "Warm-up" mit Jana Haase traf man sich vor den Läufen am Mittelkreis. Bevor Herbert Höfner vom TSV Bad Kissingen den Startschuss gab, sollten Muskeln gelockert, Waden gedehnt und die Körper auf Betriebstemperatur gebracht werden.

Claudio und Luca sind Zwillinge, tragen ihre identischen Trainingsjacken vom TSV Reiterswiesen und ihr FC Bayern Trikot, aber beim Rennen für die 3. Klassen sind sie Konkurrenten. Papa Norbert Hemberger aus Eltingshausen drückte beiden die Daumen und sah ein spannendes Rennen, das mit einem Wimpernschlagfinale endete. Claudio hatte knapp die Nase vorn, und Luca warf sich nach Schlussspurt zeitgleich mit dem 3. ins Ziel. "Beide auf dem Siegerpodest", sagte die Oma, und Papa hielt das Familienereignis mit dem Handy fest: "Super seid ihr gelaufen."

Schwitzen im Hasenkostüm

Derweil kam Dr. Matthias Haase unter seinem rosa Hasenkostüm ins Schwitzen. Ob für die Staffel-, Kindergarten-, Vorschul- oder Jahrgangsläufe, immer rannte er mit. Mal als Lokomotive vorneweg, mal im Mittelfeld und manchmal am Ende als Motivation für die etwas Schwächeren. Erst zum Schluss schonte sich der Orthopäde. Als die größeren Kinder zwei Stadionrunden laufen mussten, kürzte er klammheimlich ab. Außer Atem meinte er: "Ich will schließlich heute Nachmittag beim Rakoczylauf noch gut durchhalten".

Urkunden für alle Teilnehmer

Durchhaltevermögen beweisen und den Familiengeist beschwören mussten die Teilnehmer am Familienstaffellauf. Die Zusammensetzung innerhalb des Teams war egal. Mama, Papa, Kinder, Opa oder Tante. Wer zur Familie gehörte, war gefordert. Schließlich mussten zwei Stadionrunden gelaufen werden. Den Vorsprung, den der sportliche Papa Frank herausgelaufen hatte, konnte die kleine Miriam nicht halten, und dass bei einer anderen Familie Tante Julia den sicheren Vorsprung noch vergeigte, war nebensächlich. "Für jeden gibt es Urkunde und Medaille, Siegerlisten haben wir gar nicht geführt", meinte Mitorganisatorin Jana Haase von Kiss-Pad. Das kam bei den Familien mit behinderten Kindern gut an. Die hatten großen Spaß und waren stolz auf die geschafften 800 Meter. So auch Corina Schneider und Tatjana Pawel mit Anhang mit Kindern von der Lebenshilfe, die sich über die erstmalige Einladung an die Saaletal- und die Franz-von-Prümmer-Schule sehr gefreut hatten. Frank Kubitza vom Verein Kiss-Pad war zufrieden: "Wir machen das zum 7. Mal. Familien zu stärken ist unser Ziel, die Veranstaltung passt gut in unser Konzept".

Erfreut über tolle Atmosphäre

"30 Familien waren allein beim Staffellauf dabei, das sind schon mal 120 Personen, die dem Motto folgten: ,Mach mit, bleib fit'", meinte Christina Keller, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, der sich Erziehungspartnerschaft für Kinder auf die Fahne geschrieben hat. "Dass auch sechs Familien mit behinderten Kindern darunter waren, macht uns ein wenig stolz." Auch Manfred Klabouch, bei dem die Fäden der Zusammenarbeit zwischen der Stadt, Kiss-Pad und der Leichtathletikabteilung des TSV Bad Kissingen zusammenlaufen, freute sich über die tolle Atmosphäre beim sportlichen Familenvormittag: "Es macht viel Mühe, aber es ist toll, dass der Rakoczylauf für alle etwas bringt."