So voll wie am Sonntag war der Marktplatz schon lange nicht mehr: Menschen stehen beieinander, trinken Glühwein oder Punsch, unterhalten sich oder lauschen der Musik. Kinder singen, sechs Bläser musizieren. Andere kaufen ein - Plätzchen, Holzdekoration oder Selbstgenähtes. Den ganzen Nachmittag über bis in die Abendstunden herrscht Hochbetrieb, drängen sich Besucher um die verschiedenen Stände und Stehtische, zieht der Duft von Glühwein, frisch gebackenen Waffeln, Bratwurst und Pizza ums Rathaus. Schließlich ist wieder Plätzlesmoadd in Burkardroth. Zahlreiche Besucher aus der Großgemeinde und der Region sind gekommen, um den ersten Advent hier in geselliger Runde zu verbringen.


Feuerwehr organisierte den Markt

So auch Anja Berger mit ihrer Tochter aus Elfershausen, die soeben noch ein Weihnachtsgeschenk am Stand von Näherin Bianca Wiegand einkauft - ein Kissen in Sternform. "Der Markt ist klein und total gemütlich", schwärmt die Elfershäuserin. Besonders gefallen ihr die außergewöhnlichen Geschenkideen. "Ich habe so um die 50 Euro hier gelassen", fügt sie hinzu. Doch nicht nur wegen des Einkaufens ist Anja Berger in die Vorrhön gefahren. "Ich habe auch etliche Bekannte getroffen, denn ich stamme aus Lauter", verrät sie. "Es ist wirklich ein gemütlicher kleiner Markt", schwärmt auch Astrid Zink, die sich extra für einen Marktbesuch mit ihrer Freundin Petra Wolf verabredet hat.
Die beiden wohnen in Burkardroth und freuen sich sehr, dass der Plätzlesmoadd heuer wieder veranstaltet wird. 2009 war dieser erstmals von engagierten Bürgern und Vereinen ins Leben gerufen worden, fand in den darauffolgenden Jahren regelmäßig auf dem Burkardrother Marktplatz statt. Nur 2015 nicht. Da hatte sich niemand mehr bereit erklärt, die Organisation zu übernehmen. Der beliebte Adventsmarkt stand vor dem Aus, was vor allem viele Einheimische bedauerten. Um so erfreuter waren sie, dass sich vor einigen Wochen die Verantwortlichen vom Verein der Freiwilligen Feuerwehr Burkardroth bereit erklärten, ihn wiederzubeleben.


Zahlreiche Helfer im Einsatz

Kurzerhand sprachen sich die Floriansjünger mit dem Rathaus, den Kindergärten und Vereinsvorständen ab, fragten bei Bastlern und Kreativen nach, wer einen Stand betreiben möchte. Innerhalb weniger Wochen lagen den Organisatoren um Marktgemeinderat und Feuerwehrmann Martin Hildmann mehr als zehn Anmeldungen vor.
Am Samstag galt es, die abschließenden Vorbereitungen zu treffen, die vorhandenen Marktstände aufzubauen und zu dekorieren. Dank zahlreicher Helfer war das recht schnell erledigt. Zudem hatte die Gemeinde den Marktplatz vorsorglich sperren lassen. Das Ergebnis am Sonntag konnte sich sehen lassen. Die Besucher waren begeistert.


Kommerz bleib außen vor

"Der Plätzlesmoadd ist wichtig für unsere Dorfgemeinschaft, für das Miteinander", ist Petra Wolf überzeugt. Zudem habe sie ein gutes Gefühl, ihr Geld hier auszugeben. "Der Markt ist eine gute Gelegenheit für die Vereine, sich zu präsentieren. Und die Einnahmen kommen ihnen, den Kindergärten und Vereinen zu Gute", bestätigt ihre Freundin Astrid Zink. Zudem bleibe der Kommerz, der sich inzwischen bei vielen großen Weihnachtsmärkten breitgemacht habe, hier außerdem außen vor.
Ähnlich denkt auch Anna-Lena Halbig, die heuer das erste Mal den Plätzlesmoadd besucht. "Mir gefällt das gemütliche Beisammensein", sagt sie. Der Zahlbacher Konrad Wehner ergänzt: "Man sollte den Plätzlesmoadd beibehalten. Der Erfolg spricht doch dafür."


Standbetreiber sind zufrieden

Nicht nur die Besucher zeigen sich am Sonntagnachmittag erfreut über das Treiben auf dem Marktplatz, auch die einzelnen Standbetreiber sind es. Sie haben richtig gut zu tun. "Ich musste sogar nochmal nach Hause fahren und Nachschub aus meinem privaten Vorrat holen", erzählt Belinda Hümpfer-Geis, die selbstgemachte Dekoartikel aus Holz verkaufte.
"Unsere Pizzen sind fast alle weg", erklärt Maximilian Zink von der Bläserjugend am frühen Abend. Karl-Heinz Baginski, seine Frau und die zahlreichen Helfer kommen derweil mit dem Glühweinausschank und dem Bratwurstbrutzeln kaum nach.
"Den Erlös des heutigen Tages spenden wir dem Helfer-vor-Ort-Team Burkardroth und der Franz-von-Prümmer-Schule", sagt er. Somit bleibt vom Plätzlesmoadd mehr, als nur die Erinnerung an ein gemütliches Beisammensein.