Als Bürgermeister würde ich niemals einer Vereinsauflösung zustimmen, schon gar nicht bei einem Verein, der in meinem Geburtsjahr 1954 gegründet wurde, aber seit heute Morgen habe ich ja positive Signale für eine erfolgreiche Weiterführung des Obst- und Gartenbauvereins Wittershausen erhalten", Gemeindeoberhaupt Gotthard Schlereth war zuversichtlich in seinem Grußwort bei der außerordentlichen Jahreshauptversammlung.
"Erst in der letzter Nacht, lässt es sich wieder besser schlafen", bestätigte auch der kommissarische Vorsitzende, Albrecht Sell, die Rettung in letzter Minute. Anonym fand Sell, der später noch eine besondere Ehrung erhielt, am Vorabend einen Zettel in seinem Briefkasten, auf dem das komplette Team einer zukünftigen Vorstandschaft geschrieben stand.
Tatsächlich stand der vorgestellte Wahlblock bei den Neuwahlen geschlossen Gewähr bei Fuß. Alle aufgelisteten Personen wollten im Falle einer Wahl die entsprechende Position übernehmen. So kam es zu einer schnellen Wahl, die die Zukunft des Vereins sicherstellte.
Der Verein wird von zwei gleichberechtigten Vorsitzenden an der Spitze geführt. "Gesucht und gefunden" könnte man denken, denn mit Landschaftsarchitekt Bruno Geiger und Agraringenieur Hans Dünninger bringen die neuen "Spitzenmänner" des Vereins viel berufliches Potenzial mit in den Verein. Bruno Geiger hat bei vielen örtlichen Baumaßnahmen sein Wissen erfolgreich für die Dorfgemeinschaft (unter anderem bei der Neugestaltung des Dorfplatzes, der Restaurierung des Vorplatzes am Vereinshaus etc.) weitergegeben. Mit Hans Dünninger, ein ebenfalls sehr engagierten Dorfbewohner im örtlichen Vereinsleben, sowie langjährigen Pflanzenberater und Landwirtschaftsrat beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, kann man sich kaum ein besseres Führungsduo für den Verein vorstellen.
"Durch Zufall sind wir ins Gespräch gekommen, schnell merkten wir, dass es bei uns viele Punkte der Übereinstimmung bei einer eventuellen Vereinsführung geben würde", berichtete Hans Dünninger. Ganz im Zeichen der Konsolidierung stand das letzte Vereinsjahr. "Die Ortsbevölkerung sollte es merken, falls die zahlreichen Aktivitäten der Obst- und Gartenbaufreunde für immer in der Schublade verschwinden würde", sagte Albrecht Sell in seinem kurzem Jahresrückblick. "Bunt ist schön - auch in Wittershausen, um Blumenschmuck bewundern zu dürfen, bedarf es nicht erst einer Fahrt zum Rosengarten nach Bad Kissingen", so der kommissarischer Vorsitzender weiter.
Zu Beginn der Versammlung hatte kommissarische Schriftführerin Hedwig Bahn in ihren Niederschriften über den Ablauf der letztjährigen beiden Jahreshauptversammlungen informiert. Einen detaillierten Kassenbericht gab Kassiererin Petra Wehner. "Die Kasse stimmt auf Heller und Pfennig", befand Bruno Geiger. Er hatte zusammen mit Jürgen Hack die Finanzen geprüft. Für den scheidenden Kassenprüfer Geiger wurde Thorsten Louda neu in den Kassenprüfungsausschuss berufen.