Zwei Monate sind es noch bis zum Rakoczy-Fest. In welcher Form es dieser Jahr stattfindet, das können die Verantwortlichen bei der Stadt, bei der Staatsbad GmbH und auch beim Förderverein aktuell jedoch nicht sagen. Auch wenn die Vorstellungen noch reichlich vage sind: Fest steht, dass es am letzten Wochenende im Juli (23. bis 25. Juli) ein pandemiekonformes Rakoczy geben soll. Das bekräftigte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) noch einmal in der jüngsten Sitzung des Stadtrates.

"Das Rakoczy-Fest beschäftigt uns intensiv", erklärte der Kissinger Rathauschef. Ein buntes Fest mit vollen Straßen und Gassen, mit zehntausenden Besuchern aus der ganzen Region, werde es nicht geben. Programmpunkte, bei denen große Menschenansammlungen zu erwarten sind, werden nicht möglich sein.

Das heißt: Das Rakoczy-Wochenende 2021 wird definitiv ohne die etablierten Höhepunkte wie den historischen Festzug, das Abschlussfeuerwerk, den Festball inklusive Gläserpolonaise sowie "Saale brennt" auskommen müssen. "Wir gehen davon aus, dass wir kein klassisches Fest haben, sondern mehr historische Begegnungen am Rakoczy-Fest-Wochenende", sagte Vogel. Man wolle einen schönen und würdigen Rahmen bieten, denn "das ist besser als nichts."

Im ungünstigsten Fall soll das Fest-Wochenende ähnlich ablaufen wie im vergangenen Jahr: Sprich die Historischen Persönlichkeiten flanieren durch die Stadt, dazu gibt es einzelne Programmpunkte (im vergangenen Jahr gab es zum Beispiel die Autogrammstunde mit den Historischen, eine Reiteraufführung im Park sowie Führungen) und Außengastronomie.

Koordinierte Aktion mit Wirten und Vereinen

Dieses minimale Konzept soll erweitert werden, natürlich angepasst an das Infektionsgeschehen und die rechtlichen Vorgaben. "Als koordinierte Aktion zusammen mit den Gastronomen und Vereinen in der Stadt", erklärt Rathaussprecher Thomas Hack. Die Historischen sollen wieder unterwegs sein, wenn möglich mit Rahmenprogramm. Darüber hinaus ist ein kulturelles Angebot, etwa mit Live-Musik, angestrebt.

Auch gastronomisch soll mehr geboten sein, als die reguläre Außenbestuhlung der Wirte. Denkbar sind abgegrenzte Bereiche, zu denen der Zugang nach den geltenden Bestimmungen kontrolliert wird (etwa maximale Personenanzahl, Zutritt für Getestete, Geimpfte und Genesene). Wie das alles am Ende konkret ausschaut, lasse sich schwer sagen. "Bisher gibt es noch viele offene Fragen", sagt Hack. Und wenig Planungssicherheit. "Wir sind aber entspannt und guter Dinge. Das meiste lässt sich schnell mit den Wirten und den Vereinen umsetzen", sagt er.

Keine Quellenkönigin für 2021

"Das kann sich natürlich alles von heute auf morgen ändern. Aber so etwas wie letztes Jahr wird es auf jeden Fall wieder geben. Die Historischen stehen schon in den Startlöchern", sagt Peter Krug, Vorsitzender des Rakoczy-Fördervereins. Die Darsteller, die sich ohne aufwendige Schminke in einen Historischen Gast verwandeln können, werden zu sehen sein. Für die anderen Figuren wird aktuell noch jemand gesucht, der das Herrichten zu einem vernünftigen Preis übernimmt. Wen Fürst Ferenc Rákóczi als Begleitung an seiner Seite hat, steht ebenfalls noch nicht fest. "Eine neue Quellenkönigin wird es dieses Jahr nicht geben", informiert Krug. Eine "Quelle" aus den Vorjahren könnte die Aufgabe nochmals übernehmen.

Der Förderverein unterstützt nicht nur das Rakoczy-Fest, sondern organisiert normalerweise jährlich ein Konzert im Tattersall, um sein Budget aufzubessern. Letztes Jahr fiel dies pandemiebedingt aus. Ob es dieses Jahr anders wird, ist ungewiss. "Im Hinterkopf haben wir, dass wir etwas machen, sobald es geht", sagt Krug. Angedacht ist eine Open-Air-Veranstaltung. Voraussetzung müsse sein, dass die Coronalage die Veranstaltung hergibt und dass der Verein über die Bewirtung Geld verdient. "Aber da wissen wir noch gar nichts. Wir hängen total in der Luft", klagt er.