Es gibt einige Kritikpunkte, die immer wieder auf den Bürgerversammlungen in Albertshausen vorgebracht werden. Die Fahrzeiten der Schulbusse gehörten früher schon einmal dazu und wurden jetzt nach längerer Pause wieder angesprochen. So bemängelten Eltern am Dienstagabend, dass die Kinder für die einfache Fahrt zur Henneberg Volksschule nach Garitz, Arnshausen beziehungsweise Reiterswiesen eine halbe bis dreiviertel Stunde unterwegs sind und dafür schon kurz
nach 7 Uhr morgens das Haus verlassen müssen. Für jüngere Schüler sei das eine Belastung. Laut Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) ist das Problem der Stadt bekannt. Er sicherte zu, zu prüfen, ob sich die Fahrzeiten optimieren lassen, betonte aber, dass er keinen großen Durchbruch erwartet.

"Die Versammlung war gut besucht", berichtet der ehemalige Ortssprecher und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Albin Markert hinterher. Das Interesse der Bürger sei groß gewesen und die Diskussion mit den Vertretern der Stadt sachlich. "Ich finde es gut, dass mehrere Stadträte anwesend waren. Es ist wichtig, um die Sorgen der Leute vor Ort zu verstehen", lobt er.


Kaum Geld für Infrastruktur

Von denen gab es eine ganze Menge: Angefangen bei der maroden Ortsverbindungsstraße nach Poppenroth über das Thema Temposünder im Ort bis zur Pflege des Friedhofes. Blankenburg erteilte gleich zu Beginn vielen Erwartungen eine Absage. Die angesprochene Ortsverbindungsstraße könne aufgrund der finanziellen Situation der Stadt auf absehbare Zeit nicht saniert werden. "Da waren die Albertshäuser wieder bedient. Die Straße ist wirklich in katastrophalem Zustand", kommentiert Markert.

Ebenfalls zur Sprache kam der alte Löschweiher am Ortseingang, der jetzt als Regenrückhaltebecken genutzt wird. Bislang wurde er von einem Abzweiger des Embachs gespeist. Während der Renaturierungsarbeiten am Bach wurde der Löschweiher davon abgetrennt und ist jetzt trocken. Laut Stadt und Wasserwirtschaftsamt solle das beibehalten werden, damit er seine Funktion als Rückhaltebecken erfüllt.

Kirchenpfleger Werner Schießer sprach eine ganze Liste von Themen an: Leere Gräber auf dem Friedhof seien in ungepflegtem Zustand, das Leichenhaus befinde sich in schlechtem Zustand, ebenso der obere Zugangsweg zum Friedhof. Des Weiteren bräuchten das Kriegerdenkmal und zwei Prozessionsaltäre im Ort eine Überholung.


Temposünder im Ort

Blankenburg berichtete über die Einwohnerentwicklung in dem Stadtteil. Albertshausen ist im letzten Jahr um elf Bürger geschrumpft. Derzeit leben 561 Menschen in dem Ort. Ansonsten zählte er positive Entwicklungen auf. Dazu gehören die Fertigstellung des Radwegs von Garitz nach Albertshausen sowie Investitionen in Kindergarten und Spielplatz. Es wurde außerdem für nächstes Jahr der Breitbandausbau angekündigt. Dem Großteil des Dorfes sollen danach Internetanschlüsse mit Geschwindigkeiten zwischen 30 und 50 Mbit pro Sekunde zur Verfügung stehen.

Weiteres Thema war der Durchgangsverkehr. "Es wird sehr schnell durch Albertshausen gefahren", findet Albin Markert. Den Eindruck bestätigen auch die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessung, die die Stadt durchgeführt hat. Demnach halten sich immer wieder Autofahrer nicht an die angegebene Geschwindigkeit. Die Ergebnisse der Messung wurden der Polizei mitgeteilt.