Die Termine für das Oerlenbacher Frauenfrühstück haben sich viele Frauen in der Region rot in ihrem Kalender markiert. Die Veranstaltung erfreut sich anhaltend großer Beliebtheit. Jetzt kann das Organisationsteam auf das zehnjährige Bestehen zurückblicken.
Die Anfänge nahm es mit einem Gespräch zwischen Helene Röder und Gabi Hoch im Jahr 2003. Damals stellten die beiden fest, dass in Oerlenbach die Senioren zwar sehr gut betreut seien, es aber für Frauen jüngeren und mittleren Alters kaum Angebote gäbe. Dabei bräuchten doch auch diese Frauen einmal eine Auszeit vom Alltag, um ihre Akkus wieder aufladen zu können und sich auszutauschen bzw. den einen oder anderen Impuls zu erhalten.

Aus 31 Ortschaften

Die Frühstücke finden vier Mal im Jahr statt, und jedes Mal kommen rund 200 Frauen aus bis zu 31 Ortschaften. Teilnehmerinnen aus verschiedenen Landkreisen lernten sich im Laufe der Jahre auf dieser Plattform kennen und hielten mitunter auch zwischen den Veranstaltungen Kontakt oder verabredeten sich fest für das folgende Frauenfrühstück.
Das Frauenfrühstück entwickelte sich zum Selbstläufer: Oft kam eine Frau aus einem Ort, die beim nächsten Mal ihre Freundin mitbrachte, und geraume Zeit später stand dieser Ortsname bis zu 14 Mal auf der Anmeldeliste. Ein Paradebeispiel dafür ist die Ortschaft Pfändhausen.
Zum zehnjährigen Jubiläum wurden auch Ehrengäste geladen. Der Hausherr des Pfarrheims, Pfarrer Norbert Reinwand, die Oerlenbacher Pastoral-Referentin Christine Seufert und der evangelische Pfarrer Philipp Klein zählten ebenso zu den Gratulanten wie Bürgermeister Franz Kuhn. Er ist seit 2014 - also fast ein Jahr - im Amt, seine Frau Ute bereits seit dem ersten Tag im Team des Frauenfrühstücks engagiert.
Jedes Mal werden Tische und Saal aufwändig dekoriert, und die Teilnehmerinnen erhalten ein selbst gebasteltes Gastgeschenk. Die Präsente der vergangenen zehn Jahre wurden auf einem separaten Tisch ausgestellt, ebenso wie zwei Fotoalben und eine Mappe mit Presseberichten.
Nach dem Frühstück referierte Angelika Müller, Seelsorgerin aus Coburg, zum Thema "Wer bin ich? - Oder was hat meine Persönlichkeit mit meinem Kleiderschrank zu tun". Unsere Gefühle und Gedanken würden durch unsere Kleidung gespiegelt. Volle Schränke sollen das Gefühl vermitteln, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Doch braucht es das wirklich?
Jeder habe seine eigene Ordnung, man müsse die des anderen auch akzeptieren, forderte Angelika Müller. Zeiten der Stille würden helfen, für die innere Ordnung zu sorgen. Nach einer Bestandsaufnahme sei der Weg frei für Veränderung.
Trennt man sich von bestimmten Dingen frühzeitig, könne auch noch jemand anderes einen Nutzen davon tragen. Man müsse den eigenen Typ und die eigene Persönlichkeit kennen, um gut einkaufen zu können.
Farb- und Stilberatung könne da helfen. Die Referentin wünschte den Teilnehmerinnen viel Zuversicht beim Blick in den Kleiderschrank und auf das Aussortieren. Schon kleine Schritte könnten viel bewirken.
Das nächste Frauenfrühstück findet am Dienstag, 16. Juni, von 9 bis 11 Uhr im Pfarrheim Oerlenbach statt. Birgit Schröder spricht über das Thema "Worte sind Mauern ohne Fenster - wie Kommunikation gelingen kann". Verbindliche Anmeldungen werden ab sofort unter Tel.: 09725/ 275 entgegengenommen. red