Wollbachs Feuerwehr war schon lange bevor Frauengruppen in Freiwilligen Feuerwehren üblich wurden fortschrittlich. Ausführlich geehrt und gewürdigt wurden die Gründungsdamen der Wollbacher Frauenfeuerwehr von der Kreisfeuerwehrfrauenbeauftragten des Landkreises Bad Kissingen Birgit Below, die selbst aktive Feuerwehrfrau ist und diesen Posten seit 2006 inne hat.

Ein Blick in die Chronik zeigt allerdings, dass es aktive Feuerwehrfrauen in Wollbach schon 1939 gab. 1942 kamen sie bei einem Scheunenbrand an vorderster Front zum Einsatz. Ab 1969 wurden auch die Ehefrauen zu den Mitgliederversammlungen der Freiwilligen Feuerwehr Wollbach eingeladen. In der Chronik ist zu lesen, dass sich dadurch der Versammlungsverlauf "versachlichte" und das Interesse der Frauen an der Feuerwehr geweckt wurde. Die Weichen waren also gestellt und es war nur noch ein kleiner Schritt, bis sich 1971 der Gedanke, eine Damengruppe zu gründen, durchsetzte. Im November 1971 absolvierten die Frauen bereits die Leistungsprüfung in Bronze. Als "Sensation" wurden die Wollbacher Feuerwehrdamen damals gefeiert. Die Gründerinnen waren: Hiltrud Metz, Eva Schwab, Monika Scheuplein, Margot Wehner, Roswitha Reitelbach, Hedwig Hanft und Sonja Schmitt. "Mit Mut und Entschlossenheit, haben ihre Frau gestanden, waren bei vielen Einsätzen in allen Ortsteilen dabei und unentbehrlich für unsere Wehr", so Below in ihrer Laudatio. Schnell wurden die Frauen eingekleidet, die Uniformen waren maßgeschneidet. 1972 zeigten sie bei einer Schauübung anlässlich eines Feuerwehrfestes ihr Können. Sie waren 1978 die erste weibliche Gruppe in Bayern, die das goldene Abzeichen ablegte. Das überregionale Interesse an der Frauengruppe war so groß, dass der damalige Kreisbrandrat Ewald Rützel einen Film über die Damen anfertigen ließ, der über lange Zeit im Landkreis im Umlauf war. Heute sei der Film allerdings nicht mehr auffindbar. "Ihr ward in aller Munde", erinnerte Below die Damen an ihre Einmaligkeit

Ende der 1970er Jahre. Herausragend sei die Übungsbeteiligung und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Damenmannschaft. Hiltrud Metz, die Frau des damaligen Kommandanten Helmut Metz, war die erste Frau in Bayern ,die jeweils die Leistungsabzeichen "Gold-Blau" (1980), "Gold-Grün" (1982) und "Gold-Rot" (1984) errang.

1984 wechselten die ersten Mädchen aus der Jugendgruppe in die Damengruppe und brachten ein umfangreiches Wissen aus der Jugendarbeit ein. Die Frauen bildeten sich fort und drangen in weitere Feuerwehrbereiche ein. So war Birgit Below 1988 die erste Frau im Landkreis, die als Atemschutzgeräteträgerin aktiv war. 1989 übernahm sie die Damen als Gruppenführerin. "Damit hatten wir den Idealzustand erreicht, dass die Damengruppe auch von einer Frau verantwortlich geführt wird." Die Frauen engagierten sich auch in der Vereinsarbeit und Vorstand, machen seit den 1990 Jahren ein Drittel des Gremiums aus. Gerne erinnern sie sich heute an ihrer ersten Jahre zurück. "Helmut Metz hat uns angesprochen, ob wir mit dabei sein wollen", erinnert sich Margot Wehner. "Weil unsere Männer dabei waren, wollten wir auch dabei sein." "Das war damals ein großer Schritt für uns Frauen", betont Hiltrud Metz. "Wir waren bei Einsätzen vorne mit dabei." Roswitha Reitelbach kann sich noch an einen Scheunenbrand Ende der 1970er Jahre erinnern. "Da galt es schnell zu handeln. Von der Terrasse gings in Hausschuhen zur Verkehrsregelung. Alles was laufen konnte, ist raus."

Hiltrud Metz erinnert sich noch gut an das 20-jährige Bestehen der Damenwehr. Die Wehr schenkte den Damen eine einheitliche Handtasche zur Dienstkleidung. Eine Floßfahrt auf der Isar, spendiert vom damaligen Schirmherrn Siegfried Bandl, war ein geselliger Höhepunkt. Natürlich durften die Männer auch mitfahren. Besonders freut es Hiltrud Metz, dass das Engagement bei der Wehr über Tochter Birgit Below auch an Enkelin Natascha Below weitergegeben wurde. Sie konnte mit dem Vereinsabzeichen in Gold ausgezeichnet werden, sie kam 1998 zur Feuerwehr, ist seit 2005 in der Vorstandschaft aktiv und hat zahlreiche Lehrgänge absolviert, unter anderem Atemschutz, Gruppenführerin und Maschinistin.

Der Florianstag war eine weitere Gelegenheit das Engagement der Damen gebührend zu würdigen. Kirchenparade, Totengedenken, Gottesdienst und kameradschaftliches Beisammensein und Erinnerungen an die Leistungen der Damenwehr bildeten den Rahmen.