Eine Mutter aus Aschaffenburg bekommt mit 41 Jahren die Diagnose Brustkrebs. Ein jahrelanger Kampf beginnt für die alleinerziehende Mutter eines behinderten Sohnes. Doch Nicole Kultau verliert nie ihren Optimismus und will mit einem in Deutschland wohl einzigartigen Blog anderen Betroffenen Mut machen.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Über 70.000 Mal wird diese Diagnose im Jahr in Deutschland gestellt. Mehr als 17.000 Frauen sterben jährlich, wie die Deutsche Krebsgesellschaft schreibt. Die bekannte Moderatorin Sonya Kraus hat erst kürzlich berichtet, dass sie sich beide Brüste nach ihrer Krebsdiagnose abnehmen lassen hat.
Rechtzeitig erkannt und behandelt, ist eine Brustkrebserkrankung gut heilbar, wie die Deutsche Krebsgesellschaft schreibt. Nicole Kultau aus Aschaffenburg bekam mit 41 Jahren die Diagnose Brustkrebs. Mittlerweile gilt sie als geheilt. Doch die Fränkin hatte einen weiten, steinigen Weg hinter sich, wie sie inFranken.de berichtet.
Nicole aus Aschaffenburg erhält Brustkrebs-Diagnose: Odyssee an Arztbesuchen beginnt
Alles begann im April 2010. Nicoles Frauenärztin entdeckte eine Verhärtung in ihrer Brust. Danach stand eine Odyssee an Arztbesuchen für die Frau aus Aschaffenburg an. Sie sagt, dass ihr schnell klar wurde, "dass da sie nicht mehr rauskommt."
Sie befand sich zunächst in einem "absoluten Schockzustand" und eine ihrer ersten Fragen war: "Muss ich jetzt sterben?" Nach etlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass sie zwar an Brustkrebs erkrankt war, ihr die Ärzte aber viel Hoffnung schenkten, gesund zu werden. Kurz nach dieser Diagnose begann die Chemotherapie. In den folgenden Jahren folgten eine Port-Implantation inklusiver Sentinel-OP, sechs Chemotherapien, zwei brusterhaltende Operationen, eine Antihormontherapie und anschließende Bestrahlungen.
Während ihrer Krebshandlung beginnt Nicole ihren Blog "Prinzessin uffm Bersch" zu schreiben, um "im Schreiben die eigene Geschichte zu verarbeiten". Denn für sie ist nach den Behandlungen eine "schwerwiegende Zeit" gestartet. Sie hat danach mit "Fatigue zu kämpfen" und fühlte sich mit der "Nachsorge alleine gelassen". Sowohl die Krebserkrankung an sich, als auch Chemotherapie, Bestrahlung und zielgerichtete Therapien können Fatigue auslösen, wie krebsgesellschaft.de schreibt. Unter Fatigue versteht man "einen Punkt völliger körperlicher, emotionaler und/oder geistiger Erschöpfung. Fehlender Antrieb, anhaltende Müdigkeit und Kraftlosigkeit, die in keinem Verhältnis zu vorangegangenen körperlichen oder geistigen Anstrengungen stehen." Auf ihrem Blog kann sie, wie in einem Tagebuch, ihre Gedanken und Gefühle teilen. Sie sei "eine eher introvertierte Person", doch mit ihrer Website habe sie ein "Sprachrohr" gefunden.
Fränkin kämpft erfolgreich gegen Brustkrebs: "Informierte Patienten haben einen Überlebensvorteil"
Ein weiterer Schicksalsschlag trifft die Aschaffenburgerin, als sie erfährt, dass ihr Brustkrebs erblich bedingt ist. "Nur in 5 bis maximal 10 Prozent aller Brustkrebsfälle lässt sich ein krankheitsauslösendes Gen nachweisen", schreibt krebsgesellschaft.de. Sie ist alleinerziehende Mutter eines behinderten Sohnes und auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass er an Brustkrebs erkranken kann, ist es dennoch nicht ausgeschlossen.
Wieder teilt sie ihre Gedanken und Gefühle auf ihrem Blog, der laut Nicole als einer der ersten in Deutschland das Thema Brustkrebs in den Mittelpunkt stellt. Ihr Blog sei eine Art "Schatzkiste, aus der jeder nehmen kann, was er braucht." Im Jahr 2021 hatte sie um die 50.000 Besucher alleine auf ihrer Website. Daneben hat die Fränkin noch einen Facebook- und einen Instagram-Account, die sie beide ebenfalls mit Neuigkeiten rund um sich, aber auch anderen Themen, befüllt.