Wie die Polizei bestätigt, wurde der Anfang Januar in Ansbach geflohene Sexualstraftäter mittlerweile gefasst. Demnach verständigte verständigte eine Passantin aus Frankfurt (Main) die Polizei, weil sich ein Mann, auf den die Beschreibung des Flüchtigen zutraf, den Weg zu einer sozialen Einrichtung erklären ließ. Zivilen Beamten der Frankfurter Polizei gelang es kurz darauf, den 47-Jährigen in der Darmstädter Landstraße festzunehmen.

Damit geht eine über mehrere Tage anhaltende Fahndung erfolgreich zu Ende. In den letzten Tagen warnte die Polizei in Unterfranken vor dem Anfang Januar aus dem Ansbacher Bezirksklinikum abgängigen Sexualstraftäter. Am Wochenende gingen bei der Polizei in Unterfranken zahlreiche Hinweise auf den Verbleib des Mannes ein, es kam zu mehreren Einsätzen.


Mehrere Bürger alarmierten am Wochenende die Polizei, weil sie glaubten, den Gesuchten erkannt zu haben. Nachdem bereits mehrere Hinweise eingegangen waren, waren die Beamten mit verstärkten Kräften im Einsatz. In Frammersbach kam es am Samstag zu zwei Einsätzen. Mehrere Personen wollten den Sexualstraftäter in einem Bus erkannt haben. Es handelte sich jedoch nicht um den Gesuchten.

Ebenfalls zu einem Fehlalarm kam es im Gerolzhofener Schwimmbad "Geomaris". Nach einem Anruf kontrollierte die Polizei eine verdächtige Person, es handelte sich jedoch nicht um den Flüchtigen. Am Abend folgte ein Alarm in Wintershausen. Die Polizei suchte die Gegend ab und befragte Zeugen, jedoch ohne konkretes Ergebnis.

 


Wirkung der chemischen Kastration lässt nach

Der heute 47 Jahre alte Mann wurde 1992 wegen erheblicher Sexualstraftaten von einem Gericht verurteilt und wegen Wiederholungsgefahr auf richterliche Anordnung hin in die psychiatrische Fachklinik in Ansbach eingewiesen, wie die Polizei mitteilte. Der Mann lebt dort seit 27 Jahren.

Um seinen Sexualtrieb zu unterdrücken, wurde er medikamentiert. Die Wirkung der "chemischen Kastration" lasse aber nach einiger Zeit nach. Der Mann kam am 6. Januar von einem Ausgang nicht mehr zurück.

 

 


Polizei warnt Kindergärten und Kindertagesstätten

Die Polizei hatte kirchliche und andere Träger von Kindergärten und Kindertagesstätten angeschrieben, um die Mitarbeiter für die mögliche Gefahr zu sensibilisieren. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte sich der Gesuchte zumindest in einem Fall bei Würzburg "im unmittelbaren Nahbereich eines kirchlichen Kindergartens aufgehalten haben", heißt es in einem Schreiben der Polizei.

 

 


Bei den unterfränkischen Dienststellen seien zwischenzeitlich mehrfach Hinweise aus der Region eingegangen, teilte die Polizei weiter mit. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth bestätigte, dass es auch einen Hinweis darauf gegeben habe, dass der Mann "dort (bei Würzburg, Anm. d. Red.) mal gesehen worden sein soll". Sie stellte allerdings klar, dass der Hinweis nicht erst am Freitag oder Donnerstag bei den Behörden eingegangen sei, sondern schon etwas älter ist.