Das Playmobil-Werk im fränkischen Dietenhofen ist seit Juli geschlossen. Nun kommen bei einer weiteren Online-Auktion insgesamt 1336 Posten unter den Hammer.
Das Playmobil-Werk in Dietenhofen (Kreis Ansbach) ist Geschichte. Bereits zum 1. Juli 2026 hatte der fränkische Spielzeughersteller den langjährigen Produktionsstandort offiziell geschlossen. Nach Angaben des Unternehmens mit Sitz in Zirndorf (Kreis Fürth) wird die Fertigung der weltbekannten Spielfiguren künftig in den Werken in Malta und Tschechien fortgeführt. Grund für den Schritt sind demnach die gestiegenen Fertigungskosten am deutschen Standort.
Bereits im Juli waren infolge der Werksauflösung Teile des Inventars der Fertigungsstätte in der Neustädter Straße 26 versteigert worden. Jetzt geht die Auktion in die nächste Runde.
Playmobil-Werksschließung in Dietenhofen: Große Online-Auktion mit 1336 Posten gestartet
Im Zuge der laufenden Online-Auktion auf dem Portal restlos.com stehen aktuell insgesamt 1336 Posten zum Verkauf. Noch bis Mittwoch, 7. Oktober 2026, können Interessierte vor allem Büro- und Industriebedarf sowie verschiedenstes Mobiliar wie Schwerlastregale, Spindschränke, Arbeitstische und Werkbänke ersteigern. Auch etliche Hubwägen, mehrere Heißgetränke- und Snackautomaten sowie Zimmerpflanzen sind Teil der Online-Auktion. Unter den feilgebotenen Einzelposten finden sich zudem verschiedene Playmobil-Displays, darunter Aufsteller-Figuren, Vitrinen und Schaukästen.
Eine Besichtigung der Posten ist demnach am Dienstag, 6. Oktober 2026, im Zuge eines geführten Rundgangs von 14 bis 16 Uhr möglich. Interessenten werden gebeten, sich bis spätestens 13.55 Uhr an der Hauptanmeldung des Betriebsgeländes in der Neustädter Straße 26 in Dietenhofen einzufinden.
Nach Angaben von restlos.com sollen die ersten Zuschläge dann am Mittwoch, 7. Oktober 2026, ab 8 Uhr erfolgen. Ersteigerte Waren müssen anschließend nach vorheriger Online-Terminbuchung am Mittwoch, 14. Oktober 2026, zwischen 9 und 14 Uhr, am Donnerstag, 15. Oktober 2026, zwischen 8.30 und 14 Uhr oder am Freitag, 16. Oktober 2026, zwischen 8.30 und 13 Uhr abgeholt werden.
Playmobil-Standortauflösung stellt für mittelfränkische Gemeinde herben Verlust dar
Für die Angestellten hatte die Werkschließung im Juli eine Zäsur bedeutet. Rund 350 Beschäftigte verloren mit der Schließung ihren Arbeitsplatz. Bereits eine Woche vor dem offiziellen Ende des Betriebs wurden die Mitarbeitenden freigestellt. Der Betriebsratsvorsitzende Michael Ulbrich kritisierte die Entscheidung scharf: "Für viele von uns ist eine Welt zusammengebrochen." Er bemängelte zudem die mangelnde Wertschätzung gegenüber einer Belegschaft, die über Jahrzehnte hinweg maßgeblich zur Marke Playmobil beigetragen habe. Das Unternehmen betonte, dass Produktentwicklung, Verwaltung und Vertrieb weiterhin in Deutschland angesiedelt bleiben sollen. Die Schließung betreffe ausschließlich die Produktion am Standort Dietenhofen.
Auch Dietenhofens Bürgermeister Rainer Erdel (FDP) hatte im Februar dieses Jahres bestürzt auf die Werksschließung reagiert. "Auch wir wurden von dieser Entscheidung überrascht und haben die Entwicklungen der vergangenen Jahre bereits mit wachsender Sorge verfolgt", erklärte der Bürgermeister damals gegenüber inFranken.de. "Leider haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen nun mit erschreckender Schnelligkeit und in vollem Ausmaß bewahrheitet", so Erdel ernüchtert.
Das mit dem Sparen. Ist so eine Sache. Wenn man damit erst mal anfängt, kann man nicht mehr aufhören.
Tja, da hat die Gewerkschaft die Kuh zu stark gemolken. Das geht in einem riesigen Wirtschaftsraum (EU) mit starkem Lohngefälle aber ohne Grenzen und damit verbundenen Handelshemmnissen eben nicht ewig gut.