Sie teilen sich das Stadion mit den Fußballern, sind aber das sportliche Aushängeschild der Stadt: Die Franken Knights aus Rothenburg ob der Tauber sind neben den Nürnberg Rams das höchstklassige Football-Team aus Franken. Nach dem Abstieg aus der German Football League (GFL1) gehen die Knights wieder in der 2. Liga (GFL2) an den Start. Anders als in den USA ist Football hierzulande ein klassischer Sommersport, von Mai bis September läuft die Saison.

Ein Problem der beiden Top-Ligen in Deutschland: Sie finden quasi unter Ausschluss einer großen Öffentlichkeit statt, eine TV-Präsenz gibt es nicht, Bilder von Spielen sind, wenn überhaupt, nur im Internet zu sehen. Dafür ziehen die Knights zu Heimspielen gerne mal 2000 Zuschauer an.
Trotzdem: Football erfährt in Deutschland nur regionale Aufmerksamkeit.
Obwohl die Unterschiede zwischen NFL und deutscher Liga immens sind, sportlich wie strukturell, so ganz unmöglich ist der Sprung über den großen Teich dann doch nicht: Mark Nzeocha ist ein Beispiel, seit dieser Saison in Diensten der Dallas Cowboys und der Nachwuchsarbeit der Franken Knights entsprungen.

Über das College in Wyoming machte der 23-Jährige auf sich aufmerksam, die Cowboys schlugen in der siebten Runde des Drafts zu und nahmen den Linebacker unter Vertrag. Nun sorgt mit Nzeocha also ein waschechter Franke für spektakuläre Bilder, wie sie die NFL in Perfektion produziert. Es rumpelt und kracht bei jedem Spielzug. Dabei ist der Sport weit mehr als das Aufeinanderklatschen menschgewordener Fleischberge. Besonders im Jugendbereich wird oftmals in sogenannten Flag-Teams gespielt, hier sind Tacklings gegen den Körper nicht erlaubt, es ist eher eine Weiterentwicklung des "Fang-mich-doch-Spiels". Das Ziel ist, eines der drei am Körper befestigten Bänder abzureißen, ein körperloses Vergnügen mit geringer Verletzungsgefahr. Da bedarf es auch gar keiner großen Schutzausrüstung.