Heftiger Regen hat im Landkreis Ansbach erneut Bäche und Seen über die Ufer treten lassen. Zahlreiche Keller liefen am Donnerstagabend mit Wasser voll, Fahrbahnen wurden überflutet, berichtete Dominik Wenninger von der Integrierten Leitstelle Ansbach am Freitag. Die Einsatzkräfte konnten nach Auskunft einer Sprecherin des Landratsamtes Ansbach rechtzeitig eingreifen. Dadurch seien größere Schäden vermieden worden.
Über die Integrierte Leitstelle wurden die Feuerwehren zu 15 Einsätzen alarmiert. "Die tatsächliche Zahl dürfte aber darüber liegen, da viele Leute gar nicht mehr bei uns anrufen, sondern direkt die Einsatzkräfte in den Ortschaften ansprechen", sagte Wenninger. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Die Stadt Ansbach sei vom neuerlichen Hochwasser verschont geblieben.

Zwischen 19 und 21 Uhr kam es im Gemeindebereich Weihenzell und Umgebung zu starkem Platzregen. Am stärksten betroffen waren nach Angaben der Polizei die Ortsteile Petersdorf und Frankendorf. In Petersdorf liefen fünf Keller voll. In einem der Keller kam es zur Freisetzung von Heizöl, weshalb eine Fachfirma hinzugezogen wurde. Teilweise wurden Straßen in Weihenzell sowie ein Teilabschnitt der Staatsstraße 2246 über eine Länge von zirka vier Kilometern im Bereich Bruckberg überschwemmt. Die Staatsstraße wurde kurzzeitig gesperrt. In Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Weihenzell wurde ein Lagezentrum eingerichtet, von dem der Einsatz durch den zuständigen Kreisbrandrat koordiniert wurde. Die Feuerwehr Weihenzell sowie die freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Orte waren mit etwa 200 Einsatzkräften vor Ort.

In Bruckberg selbst mussten Bewohner einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderungen kurzzeitig ihre Zimmer verlassen. Dies sei aber eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, um die Bewohner während des Feuerwehreinsatzes nicht zu beunruhigen, sagte Wenninger. Eine unmittelbare Gefahr durch das Hochwasser habe nicht bestanden.

Betroffene des Unwetters in Mittelfranken können ab sofort einen Antrag auf Sofortgeld stellen. Die notwendigen Mittel seien der Stadt Ansbach sowie den Landratsämtern bereits zur Verfügung gestellt worden, teilte die Regierung von Mittelfranken am Freitag mit. Das Geld könne von allen beantragt werden, die sich aufgrund des Unwetters in einer Notlage befänden. Im Internet können die notwendigen Formulare heruntergeladen werden.


Straßensperrung bei Ruppersdorf

Die Kreisstraße AN 17 zwischen Kettenhöfstetten und Ruppersdorf bleibt aufgrund von durch das Unwetter vom vergangenen Wochenende entstandenen massiven Schäden gesperrt. Trotz der Reparaturarbeiten, die derzeit bereits unter Hochdruck von der Straßenmeisterei Ansbach ausgeführt werden, kann die Sperrung voraussichtlich erst am 18. Juni 2016 wieder aufgehoben werden. Eine entsprechende Umleitung ist vor Ort ausgeschildert.