Das Coronavirus breitet sich seit Wochen aus. Immer mehr Fälle aus Deutschland werden bekannt. In vielen Städten kommt es deshalb schon zu Hamsterkäufen. Die Menschen decken sich mit Pasta & Co. ein. Ähnlich verhält es sich bei Medikamenten, Desinfektionsmittel und Mundschutzmasken werden stellenweise zur Mangelware - auch in Apotheken und Krankenhäusern. Ein fränkischer Apotheker hat deshalb vorgesorgt und selbst Hamsterkäufe gestartet.

Das panikhafte Kaufverhalten vieler Verbraucher treibt auch einen Arzt aus der Region um. Daniel Schölz arbeitet als Facharzt für Chirurgie am Klinikum in Ansbach und spricht von "Medikamenten- und Maskenirrsinn". Damit meint er, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits angemahnt hat. Die "WHO" hat zuletzt bekanntgegeben, dass der Mangel an Gesichtsmasken sowie anderen medizinischen Schutzausrüstungen den weltweiten Kampf gegen das Coronavirus behindere. "Wir können Covid-19 nicht aufhalten, ohne unser Gesundheitspersonal zu schützen", sagte "WHO"-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

Coronavirus: OP-Schutzmasken halten Viren nicht auf

Auch Schölz warnte auf Facebook davor, sich willkürlich mit Schutzmasken einzudecken - insbesondere aus einem Grund: "Solche Masken, wie ich sie auf dem Bild trage, sind als Virusschutz sinnlos", schreibt er in einem Posting vom 3. März.

Die OP-Masken böten kaum Schutz vor Coronaviren. Sie werden im Krankenhaus vom medizinischen Personal verwendet, um Patienten vor Erregern aus dem Mund- und Nasenraum zu schützen. Dieser Schutz ist allerdings bloß garantiert, falls die Maske im zweistündigen Takt ausgetauscht wird.

Im Fall des Coronavirus sind diese jedoch völlig nutzlos. Durch Hamsterkäufe könnten die OP-Masken in Kliniken knapp werden, betont der fränkische Facharzt. "Wenn die Chirurgen nun keine Masken mehr haben, weil alle ihr Hirn ausschalten und gegen Viren schützende Masken kaufen, können Chirurgen nicht mehr operieren", erklärt Schölz.

Kliniken gehen OP-Masken und Desinfektionsmittel aus: Fränkischer Arzt kritisiert Bunkerverhalten

Das Bunkerverhalten vieler Menschen verurteilt er. Und noch ein weiteres Phänomen kritisiert er: "Es ist eine Schande, wenn in Krankenhäusern Masken und Desinfektionsmittel in großen Mengen geklaut werden, so dass das Personal Probleme bekommt." Zahlreiche Kliniken beklagen aktuell Diebstähle.

In einem Krankenhaus in Niedersachsen wurden beispielsweise 1200 Mundschutzmasken aus einem Lagerraum gestohlen. Auch in anderen Städten kam es zu Diebstählen. Auf Twitter berichten Krankenhausmitarbeiter von ihrem Erfahrungen: "Im Krankenhaus haben wir die Direktive bekommen, alles was auch nur annähernd Desinfektionsmittel und Mundschutz ist, wegzusperren", schreibt eine Nutzerin.

Von dem Erfolg seines Postings zeigt sich Schölz selbst am meisten überrascht. Er habe dies weder beabsichtigt noch erwartet, schreibt er in einem neuen Beitrag vom 5. März. Durch seinen ersten Post habe er von Betroffenen neue Dinge erfahren, die den Arzt aber nur noch wütender machen. "Es fehlen jetzt sogar Staubschutzmasken. Echt jetzt. Die Dinger sind gegen Viren so gut wie ein Salatblatt vor dem Mund", schreibt Schölz. Weiter zählt er auf: "Diabetiker können ihre Haut nicht mehr Desinfizieren, da es keine Desinfektionsmittel mehr gibt. Tattoo-Studios kriegen kein Desinfektionsmittel mehr. Mütter kriegen keine Babynahrung mehr. Mütter kriegen keine Windeln für ihre Babys mehr u.s.w." Es sei eine Schande, wie "so eine halbschlimme Epidemie die hässliche Seite in den Menschen zum Vorschein kommen lässt".

Auch der neuere Beitrag fand größere Beachtung bei Facebook - allerdings mit knapp 2500 Shares, rund 900 Kommentaren und 5500 Reactions bei weitem nicht so große wie der erste Post.

Coronavirus: Händewaschen hilft

Im Vergleich zu verschiedenen Schutzmasken gibt es übrigens einen wirksameren Schutz vor dem Coronavirus: Händewaschen. Die "Bundeszentrale für politische Bildung" informiert darüber, wie wichtig das Waschen der Hände bezüglich dem Schutz vor Keimen ist: So waschen Sie sich die Hände richtig.

Auch interessant: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gibt es nur eine Option: Schulen und Kindergärten schließen, und zwar jetzt. Das ist nicht "drastisch", sondern vernünftig - ein Kommentar.