"Jetzt im Frühjahr ist es wieder so weit, auf den Äckern und Wiesen hört man das Rufen des Kiebitzes  („kie-wit“) und kann den Wiesen- und Feldbrüter bei auffälligen Flugmanövern beobachten. Die Gelege  des Kiebitzes waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch fast ausschließlich im extensiven Feuchtgrünland, heute brütet er meist auf Äckern, da sein eigentlicher Lebensraum selten geworden ist", so die Regierung von Mittelfranken.

Dies sei auch Grund für den starken, bayernweiten Rückgang des Kiebitz-Bestands. In Mittelfranken würden im Altmühltal und im Aischgrund zahlreiche Projekte und Maßnahmen zum Schutz der Wiesenbrüterlebensräume von den Naturschutzbehörden mit ihren Biodiversitätsberaterinnen umgesetzt und Landbewirtschafter zu Fördermöglichkeiten wie dem Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) beraten.

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt und Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim würden Kiebitz-Bestände erfasst, Gelege markiert, Flachmulden angelegt und Feuchtwiesen naturschonend gemäht. Für die naturverträgliche Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden, Äckern und Teichen würden im Rahmen des VNP rund 18.900 ha Vertragsfläche bewirtschaftet.

Im Jahr 2022 würden hierfür insgesamt 10,96 Mio. Euro an die mittelfränkischen Landwirte ausbezahlt. Im Rahmen der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien (LNPR), einem weiteren staatlichen Förderinstrument im Naturschutz, habe die Regierung von Mittelfranken im vergangenen Jahr mit insgesamt über 7,83 Mio. Euro Maßnahmen zum Erhalt von ökologisch wertvollen Lebensräumen und deren Artenvielfalt in der Flur gefördert und umgesetzt und die mittelfränkischen Naturparks mit einem Fördervolumen von ca. 1,12 Mio. Euro unterstützt. 

Die Umsetzung dieser staatlichen Fördermaßnahmen erfolge durch die Naturschutzbehörden mit ihren Biodiversitätsberaterinnen, sowie die Landschaftspflegeverbände und Naturparke als Partner vor Ort, heißt es. Zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie würden in Mittelfranken 28 Projekte von der Regierung von Mittelfranken durchgeführt und mit rund 570.000 Euro finanziert.

"Die Schutzmaßnahmen für den Kiebitz und weiterer Projekte und Initiativen zeigen, dass staatliche Naturschutzförderprogramme und Biodiversitätsberatung vor Ort durch kooperativen Naturschutz, die Naturvielfalt Mittelfrankens erhalten", so das Fazit.